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422 Aluminium.
Verbindung des Aluminiums mit Sauerstoff.
470. Es giebt nur eine Verbindung Jos Aluminiums mitSauerstoff: die Alaunerde, Al 2 Oj, auch Thonerde genannt.Um sie darzustellen, fällt man eine Alaunlösung mit überschüssi-gem kohlensaurem Ammoniak, wäscht den weissen gallertartigenNiederschlag mit kochendem Wasser gut aus, trocknet und glühtihn; er verliert hierbei das Wasser und hinterl'asst reine Alaun-erde. Noch einfacher erhalt man Thonerde durch Glühen vonAmmoniakalaun; man muss hierbei aber eine möglichst starkeHitze anwenden, trotzdem enthalt der Rückstand oft noch etwasSchwefelsäure. Die Alaunerde ist ein weisses, in Wasser unlös-liches Pulver. Tst sie nicht bis zum Rothglühen erhitzt worden,so lost sie sich leicht in den Lösungen von Kali, NatronV Barytoder Strontian auf, und in geringer Mengej^ogar in concentrir-tem Ammoniak. Die Alaunerde spielt in diesem Falle wahr-haft die Rolle einer Säure, und mehrere dieser Verbindungenlassen sich in Krystallen darstellen. Der in regulären Octaedernkrystallisirte Spinell ist ein Mineral von der ZusammensetzungMgO.Al.üj. Die Alaunerde löst sich auch in Säuren auf undbildet Salze, welche sämmtlith saure Reaction besitzen. Diegeglühte Alaunerde löst sich in wässerigen Alkalien oder Säurennur schwierig auf; erhitzt man sie aber mit den Alkalien zumRothglühen, so vereinigt sie sich damit in allen Fällen.
Die Alaunerde kommt in der Natur in hexagonalen Formenkrystallisirt vor und bildet, wenn sie schön gefärbt ist, sehr kost-bare Edelsteine, welche, je nach ihrer Farbe, verschiedene Namenerhalten. Dk natürlich vorkommende, blau gefärbte Thonerdeheisst Sapphir, die roth gefärbte Rubin. Die Farben rührenvon geringen Mengen beigemengter Metalloxyde her. Die un-durchsichtige naturliche Thonerde hat den Namen Korund er-halten; sie ist nach dem Diamant der härteste aller bekanntenStoffe, und man wendet sie daher zum Poliren des Glases undder Edelsteine an. Der hierzu benutzte Korund führt den NamenS m i r g e 1.
Die Alaunerde hat ein ziemlich hohes speeif Gewicht, näm-lich 3,9.
Die Alaunerde ist bei der In unseren Oefen erreichbarenHitze unschmelzbar; im Knallgasgebläse schmilzt sie dagegen zueiner farblosen und durchsichtigen Kugel, welche beim Erkal-