Alui
421
Setzung unter heftigem Erglühen erfolgt. Nach beendigter Zer-setzung nimmt man die Porcellanschiffchen aus der Röhre, bringtsie in eine Porcellanröhre und erhitzt sie darin zum starken Roth-glühen, während trocknes Wasserstoffgas durchgeleitet wird.Hierbei verflüchtigt sich unzersetztes Chloraluminium zugleichmit Chlornatrium, und das metallische Aluminium hinterbleibt alsgeschmolzener Metallregulus, den man durch Abwaschen mitWasser von Chlornatrium befreit.
Man kann auch das Aluminium mittelst des galvanischenStroms auf dieselbe Weise wie das Magnesium darstellen (4G1.)Da das Chloraluminium für sich leicht flüchtig ist, so schmilztman es mit Chlornatrium zusammen und leitet in die glühendgeschmolzene Masse den galvanischen Strom, wobei beide Pol-enden oder wenigstens das positive aus G-askohle angefertigt sind.Als negativen Pol kann man auch ein Platinblech benutzen. DasAluminium scheidet sich in Form kleiner Metallkugeln aus, dieman durch Umschmelzen unter einer Decke von Chloraluminium-Natrium zu einer zusammenhängenden Masse vereinigt.
Das Aluminium ist ein weisses Metall von etwas bläulichemSchein, wenn man es mit Silber vergleicht; es ist äusserst dehn-bar und lässt sich in sehr dünne Platten schlagen oder feine Drähteziehen; es lässt sich feilen. Beim Erstarren aus dem geschmol-zenen Zustand krystallisirt es. Sein specif. Gewicht ist 2,56.Es schmilzt in der Rothglühhitze leichter als Silber, aber schwererals Zink. An der Luft oxydirt es sich weder bei gewöhnlicherTemperatur, noch beim Glühen. Mit Kohlenstoff und Kiesel bil-det es, ähnlich wie das Eisen, graue, brüchige, leicht krystallisir-bare Verbindungen.
Das pulverförmige Aluminium, wie man es durch Zersetzungvon Chloraluminium mit Kalium oder Natrium erhält, zersetzt dasWasser nicht bei gewöhnlicher Temperatur, aber langsam bei derKochhitze. Das compacte Aluminium wird selbst in der Rothglüh-hitze von Wasserdampf nur allmälig oxydirt. Von verdünnten Säurenwird es nur wenig angegriffen, ausgenommen von Chlorwasserstoff-säure, die das Metall leicht unter Entwickelung von Wasserstoflgasauflöst. Kalte Salpetersäure ist ohne bemerkliche Wirkung auf dasMetall, kochende löst es langsam auf; beim Erwärmen mit Kali-lauge löst es sich gleichfalls unter Entwickelung von Wasserstoff,was daher rührt, dass das Aluminiumoxyd mit den Basen Verbin-dungen einzugehen vermag.