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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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376
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Natrium.

Probesäurc ab. Jedem Cubik-Centimeter der verbrauchten Pro-besäure entspricht 0,010 Gramm kohlensaures Kali, oder dieäquivalente Menge kohlensaures Natron, Natronhydrat oder Kali-hydrat

Da es immerhin schwieriger ist, reines Schwefclsäurchydrat(H O . S 0 3 ) sich zu verschaffen, als reines kohlensaures Natron,so kann man auch zur Darstellung der Probesäurc von bestimm-tem Gehalt käufliche Schwefelsäure mit etwa der neunzigfachenMenge Wasser verdünnen, und hierauf den Gehalt der Probe-säure an Schwefelsäure dadurch ermitteln, dass man auf die obenangegebene Weise untersucht, wie viele Cubik-Centimeter der-selben zur Neutralisation von 1 Gramm reinem und durch Glü-hen getrocknetem kohlensaurem Natron erforderlich sind.

Gesetzt, man finde, dass hierzu 90 Cubik-Centimeter derverdünnten Schwefelsäure genau ausreichen, so entspricht jedesCubik-Centimeter der Probesäure % = 0,0104 Gramm kohlen-saurem Natron. Zur Vermeidung der Rechnungen verdünnt mandie Probesäure zweckmässig in der Weise, dass jedes Cubik-Centimeter derselben einer Einheit entspricht. Verdünnt manz. B. 9G Cubik-Centimeter obiger Probesäure auf 100 Cubik-Cen-timeter, so entspricht jedem Cubik-Centimeter derselben 0,010Gramm kohlensaures Natron; wenn man daher 1,000 GrammSoda der Probe unterwirft, so zeigt jedes Cubik-Centimeter derzur Sättigung erforderlichen Probesäurc 1 Proc. kohlensauresNatron an. Um 1 Proc. kohlensaures Kali anzuzeigen, müsstediese Probesäure im Verhältniss der Aequivalente dieser beiden

09 2Salze! = 1,30 verdünnt werden. Man würde daher 10053

Cubik-Centimeter der Probesäure so lange mit Wasser versetzen,bis ihr Volum 130 Cubik-Centimeter betrüge. Bei so verdünntenSäuren kann man ohne bemerklichen Fehler die Volumdifferenz(hier 30 Cubik-Centimeter) in Wasser abmessen und zusetzen.Bei diesen Bestimmungen kommt Alles darauf an, den Punktgenau zu treffen, bei welchem sämmtliches kohlensaure Natronvon der Schwefelsäure zersetzt ist. Setzt man der Lösung vonkohlensaurem Alkali, die mit wenig Lackmustinctur gebläut ist,allmälig Schwefelsäure zu, so ändert sich anfangs die Farbe der-selben nicht, weil die freiwerdende Kohlensäure mit einem un-zersetzten Antheil doppelt-kohlensaures Alkali bildet; später wirdauch dieses zerlegt. Die Kohlensäure entweicht in Gasblasenund die Flüssigkeit nimmt durch die freie Kohlensäure eine wein-rothe Farbe an. Bringt man einen Tropfen dieser Flüssigkeit