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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Natrium.

mahlt es in Mühlen. In dieser Weise wird das Salz besondersin Wieliczka in Galizien und in Cardona in Spanien ge-wonnen.

Das unreine Steinsalz muss in Wasser gelöst und umkry-stallisirt werden; die Auflösung wird gewöhnlich in der Grubeselbst bewerkstelligt und die Kochsalzlauge zum Versieden durchPumpen in die Höhe befördert.

An den Orten, wo ansehnliche Lager von Steinsalz sichin der Erde finden, treten gewöhnlich salzhaltige Quellenauf, aus denen man das Chlornatrium darstellt. Diese Salzsoolensind in der Regel nicht ganz mit Kochsalz gesättigt, weil sie,bevor sie zu Tage kommen, sich in anderen Schichten noch mitQuellen von gewöhnlichem Wasser vermischen.

Nur in den wenigsten Fällen sind diese natürlichen Salzsoo-len schon so concentrirt, dass man sie mit Vorthcil unmittelbarüber Feuer eindampfen könnte; man entfernt daher meistensdurch freiwilliges Verdampfen an der Luft zuerst einen Theildes Wassers. Um dies rasch zu bewerkstelligen, lässt man dasWasser von sogenannten Gradirwerken heruntertropfen, woes der Einwirkung der Luft eine grosse Oberfläche darbietet, diedann einen beträchtlichen Theil davon in Dampfform fortführt.Die Gradirhäuser sind lange, aus Balken zusammengesetzte undmit Dornenwänden versehene Gebäude.

405. In vielen Ländern wird ein grosser Theil des Salzesaus dem Meerwasser gewonnen, indem man dieses entweder insehr ausgedehnten, nicht tiefen Behältern an der Luft freiwilligverdunsten lässt, oder einer niedrigen Temperatur aussetzt, wo-bei ein Theil des Wassers sich als Eis abscheidet und entferntwird; die rückständige Flüssigkeit enthält noch alles Salz, aberin einer kleineren Wassermenge gelöst.

Das letzte Verfahren wird nur in sehr kalten Ländern, z.B.au den Ufern des Weissen Meeres angewendet; das erstere da-gegen in den warmen oder gemässigten Gegenden, wie z. B. anden Küsten des Mittelmeeres und des Atlantischen Occans.

Dampft man das Meerwasser zur Trockne ein, so hat derRückstand, gleichgültig von welcher Stelle des zusammenhängendenWeltmeeres das Wasser genommen wurde, nahezu dieselbe Zu-sammensetzung. Dagegen ist das Vcrhältniss zwischen der Mengevon Wasser und Salzen (der procentische Gehalt an festen Be-btandtheilen) etwas wechselnd , und namentlich in der Nähe derKüsten geringer. Der procentische Gehalt an Salzen wurde ge-lüiiden: