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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
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Das Chlornatrium krystallisirt in Würfeln, welche, wenn siesich rasch bilden, kleine Dimensionen annehmen und sich ge-wöhnlich in Form vierseitiger Pyramiden an einander lagern;diese Pyramiden sind im Inneren hohl und treppenförmig zusam-mengesetzt (Fig. 125).

Die Entstehung dieser Pyramiden istleicht zu begreifen. An der Oberflächeder Salzlösung bildet sich beim Abdampfenzuerst ein kleiner Krystallwurfel (Pitr. 12G),welcher unterzusinken bestrebt, von derCapillarattraction daran gehindert wirdund obenauf schwimmt. Bald entstehenneue kleine Krystalle, die sieh an den obe-ren 4 Kanten des schwimmenden Kry-stalls ansetzen, die Masse sinkt nun tie-fer in der Flüssigkeit unter (Fig. 127).Neue Krystalle setzen sich an der Ober-fläche der Flüssigkeit rings um die ersteKeihe ab, und bilden eine zweite Reihe(Fig. 128), worauf wieder eine dritte Reihe(Fig. 129) sich absetzt, was in der Weisesich fortsetzt, bis die Krystallgruppe inder Salzlösung zu Boden sinkt.Fig. 129.

Fig. 126.

Fig. 128.

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Das in Würfeln krystallisirte Chlornatrium enthält keinKrystallwasser; grössere Krystalle schliessen aber gewöhnlichetwas Mutterlauge mechanisch ein, und verknistern daher, wennman sie auf glühende Kohlen wirft. An der Luft werden sienicht feucht, wenn sie nicht mit anderen zerfliesslichen Salzenverunreinigt sind.

404. Das Steinsalz findet sich in der Natur meistens ge-mengt mit Gyps oder anderen Mineralien; zuweilen ist es abervollkommen weiss und rein, und zeigt in diesem Falle kubischeSpaltungsrichtungen; häufig ist es durch Eisenoxyd gelb oderroth gefärbt.

Kommt das Steinsalz in Lagern rein vor, so 1 ordert man esunmittelbar, durch Bergbau aus der Erde, entweder in offenenGruben, oder aus Schachten und Stollen, wie die Erze, und

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