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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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366
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3CG

X a1 rium.

Phosphorsäure erhalten, wenn man dieselbe mit kohlensaurem Na-tron bis zur schwach alkalischen Reaetion versetzt und zur Krystal-lisation eindampft. Man reinigt dieselben durch abermalige Krvstal-lisation ; ihre Formel ist 2 Na O . P 0 5 -j- 25 H O, welche aber(2NaO . HO) PO s -4- 24 HO geschrieben werden muss. DieKrystalle lösen sich in 4 Thln. kaltem Wasser und in 2 Thln.kochendem Wasser; ihre Lösung besitzt eine alkalische Reaetion.Sie verwittern schnell an der Luft und verlieren beim Erhitzenleicht die 24 Aeq. Kryatallwässer (GO Proc. Wasser). Das letzteAtom Wasser geht erst in der Glühhitze weg; dasselbe spielt inder Verbindung die Rolle einer Basis und kann durch andereOxyde ersetzt werden. Versetzt man z. B. die Lösung diesesSalzes mit salpetersaurem Silberoxyd, so lallt ein gelber Nieder-schlag von phosphorsaurem Silberoxyd nieder, welcher 3 Aeq.Silberoxyd auf 1 Aeq.Phosphorsäure enthält; die Lösung besitzthierauf eine saure Reaetion, weil 1 Aeq. Salpetersäure frei ge-worden ist. Diese Zersetzung wird durch folgende Gleichungdargestellt:

2NaO . HO . P0 5 -|- 3 (AgO . N0 5 ) = 3AgO . P0 5+ 2 (NaO . NO,) -f HO . N0 6 .Versetzt man die Lösung dieses phosphorsauren Natrons mitNatronhydrat und dampft sie ein, so krystallisirt ein dreibasischphosphorsaures Natron in dünnen, lultbesfändigen Säulen, wel-ches nach der Formel 3 NaO . P0 5 -\- 24 HO zusammengesetztist. In diesem Salz ist statt des einen Aeq. basisches Wasser

1 Aeq. Natron enthalten.

Versetzt man die Lösung von phosphorsaurem Natron mitso viel Phosphorsäure, dass sie in Chlorbarium keine Fällungbewirkt, und dampft hierauf ein, so krystallisirt beim Erkaltenein sehr leicht lösliches, sauer reagirendes Salz in rhombischenKrystallen von der Formel NaO . 2 HO . P0 5 + 2 HO, wel-ches bei 100° die 2 Aeq. Krystallwässer verliert, die 2 Aeq. ba-sisches Wasser aber erst in höherer Temperatur abgiebt.

Diese drei verschiedenen Salze unterscheiden sich also haupt-sächlich durch die Menge fixer Basis, welche sie enthalten.

Pyrophosphorsaures Natron.398. Erhitzt man das gewöhnliche phosphorsaure Natron,

2 NaO . HO . PO s -4- 24 HO, bis es sein Krystallwässer abge-geben hat (bis 300°), und löst es hierauf wieder in Wasser auf,so erhält man das Salz in den ursprünglichen Krystallen unver-ändert wieder. Erhitzt man aber über 300". bis es in der Roth-