Lösliehkeit.
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inender Temperatur kleiner; sie nimmt jedoch viel langsamer abals sie vorher gestiegen war, so dass das Wasser beim Kochennoch weit mehr Salz gelöst enthält, als bei gewohnlicher Tem-peratur. Uebergiesst man die warme und gesättigte Lösung mitTerpentinöl oder gewöhnlichem Brennöl, oder bedeckt man dasGlas, worin die Lösung kochend bewerkstelligt wurde, nur miteiner Glasplatte, und lässt die Flüssigkeit erkalten, so scheidetsich kein Salz ab, selbst wenn die Lösung so weit erkaltet ist,dass sii- nur noch die Hallte von dem in der Lösung befindlichenSalz aufzulösen im Stande wäre. Man kann die Losung auchbewegen, ohne dass eine Kristallisation eintritt. Nimmt manaber die Glasplatte ab, und taucht einen Stab von Glas, Eisenoder einem anderen Stoff in die Lösung, oder fährt damit durchdie Oelschicht bis zur wässerigen Flüssigkeit, so schiessen, vondem Berührungspunkte ausgehend, eine Menge von Krystallblät-tern an, und die ganze Flüssigkeit erstarrt zu einem Krystall-kuchen. Merkwürdig hierbei ist noch, dass ein frisch geglühterund dann wieder erkalteter Glasstab in die Flüssigkeit getauchtworden kann, ohne dass eine Krystallisation sogleich eintritt.
Man stellt gewöhnlich, uin die Uebersättigung der Lösungenzu zeigen, den Versuch in der Weise an, dass man eine ausge-zogene Glasröhre mit der warmen und gesättigten Lösung vonschwefelsaurem Natron anfüllt, sie darin zum Kochen erhitztund den ausgezogenen Theil der Röhre, so lange die Lösungnoch heiss ist, zuschmilzt. Die kalt gewordene Lösung kannman so stark wie man will schütteln, ohne dass sie das über-schüssig gelöste Salz abscheidet. Beim Abbrechen der Spitzekrystallisirt das Salz augenblicklich, und die Flüssigkeit wirdfest. Man bemerkt hierbei gleichzeitig ein bedeutendes Steigender Temperatur, welches durch die bei dem Uebergang des ge-lösten schwelelsauren Natrons in den festen Zustand frei gewor-dene Wärme bewirkt wird. Alle Körper entbinden nämlich beidem Uebergang aus dem flüssigen in den festen Zustand einegewisse Menge von Wärme, und dies findet auch in allen Fällenstatt, wo ein Salz aus einer Lösung krystallisirt; sie wird abernur dann bemerklich, wenn die Krystallisation reichlich undschnell erfolgt. Krystallisirt ein Körper nur langsam, zum Bei-spiel während des allmäligen Erkaltens einer Lösung, so wirddurch die in Folge der Krystallisation entbundene Wärme dieGeschwindigkeit des Erkaltens nur verzögert. Geschieht dieKrystallisation durch freiwilliges Verdunsten, so geht sie noch-langsamer vor sich: die verdampfte Flüssigkeit nimmt in diesem