Druckschrift 
1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
Seite
286
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

28t>

Salzt

Sauerstofl'gehalt der Schwefelsaure genau dreimalso gross, als der Sauerstofl'gehalt der Basis.

Stellt man mit Baryt - oder Strontianlösungen, welche dierothe Lackmustinctur gleichfalls stark bläuen, denselben Versuchan, so sieht man, wie jeder Tropfen der Säure, den man zu derLösung setzt, darin eine Trübung bewirkt, und dass sich einweisser Niederschlag bildet, so lange, bis die Flüssigkeit feineschwach saure Keaction angenommen hat. Die Flüssigkeit hin-terlasst, wenn man sie filtrirt und eindampft, keinen Rückstand.Das unlösliche schwefelsaure Salz . welches sich niedergeschlagenhat, zeigt keine Reaction mit Lackmustinctur, aber man kanndaraus noch nicht sehliessen, dass es wirklich eine neutrale Ver-bindung ist, weil jeder Körper auf Lackmustinctur nur dann wir-ken kann, wenn er sich in Wasser löst, indem tue Moleküle desSalzes mit denen des Farbstoffs in Berührung kommen müssen.

Die Analyse des hierbei erhaltenen schwelelsauren Barytsoder Strontians zeigt, dass auch hier die Säure dreimal so vielSauersloff enthält als die Basis. Die Chemiker betrachten daherdiese Salze auch als neutral, obgleich ihre Neutralität durchLackmus nicht direct nachgewiesen werden kann.

Die basischen Oxyde der Metalle aller übrigen Classen sindin Wasser sämmtlieh unlöslich, so dass es nicht möglich ist, ihreReaction unmittelbar durch Lackmus nachzuweisen. Durch Ver-einigung derselben mit Schwefelsäure erhält man daraus schwefel-saure Salze, und obwohl diese Salze, wenn sie in Wasser löslichsind, Lackmustinctur im Allgemeinen röthen , so beträgt doch inallen der Sauerstofl'gehalt der Schwefelsäure dreimalso viel als der der Basen, wie in den neutralen schwetelsau-ren Salzen von Kali, Natron und Lithion.

Man ist übereingekommen, diejenigen schwefel-sauren Salze als neutral zu betrachten, in welchender Sauerstoffgehalt der Säure dreimal so gross istals der Sauerstofl'gehalt der Basis, welches auch im-mer die Reaction derselben auf Lackmus sein mag.

Kali, Natron und Lithion können mit der Schwefelsäureausserdem noch andere Salze bilden, in welchen mehr Schwelel-säure als in dem neutralen Salz enthalten ist. Löst man dieseBasen in überschüssiger Schwefelsäure auf, und verdampft dieLösung, so erhält man krystallisirte schwefelsaure Salze, in wel-chen die Säure sechsmal so viel Sauerstoff enthält als die Hasis;dies sind die sauren oder zweifach schwe fels auren Salze.

273. Sättigt man eine Lösung von Kali genau mit Salpeter-