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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Neutralität.

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gen einen zweiten eine alkalische Reaction. Die Borsäure färbtz. B. die blaue Lackmustinctur weinroth und giebt sich hierdurchals schwache Säure zu erkennen, während sie Hämatein blau färbt,und daher gegen letzteren Farbstoff die Rolle einer Basis spielt.Ebenso röthen salpetersaures Bleioxyd und essigsaures Bleioxyddie Lackmustinctur, färben aber Hämatein blau. Die Basis derLackmustinctur entzieht daher den beiden Bleisalzen die Säure;die gefärbte Säure wird frei gemacht und die blaue Lackmustinc-tur hierdurch geröthet. Die rothe Säure des Ilämate'ins entziehtim Gegentheil dem salpetersauren und essigsauren Bleioxyd dieBasis und bildet damit ein blaues Salz.

272. Wir wollen uns zuerst mit den Salzen der Schwefel-säure beschäftigen.

Di'e Schwefelsäure röthet die blaue Lackmustinctur lebhalt,und diese Reaction ist so empfindlich , dass ein ZehntausendstelSchwefelsäure, die man mit Wasser vermischt, sie noch sehrdeutlich zeigt. Kali färbt dagegen die vorher durch Säuren ge-röthete Lackmustinctur wieder blau, und zwar auf eben so em-pfindliche Weise, wie die Schwefelsäure die blaue Tincturröthet.

Durch vorsichtiges Vermischen von verdünnter Schwefelsäuremit Kalilösung kann man, bei gehöriger Sorgfalt, eine Flüssig-kcii erhalten , welche gegen Lackmustinctur keine alkalische Re-action zeigt, und doch auch nicht sauer reagirt; in dieser Lösungwürde ein einziger Tropfen verdünnter Schwefelsäure >ogleicheine saure Reaction des Lackmus bewirken

Die sauren Eigenschaften der Schwefelsäure wurden, wieman sagt, durch die alkalischen Eigenschaften des Kalis neutra-lisirt: es hat eine Sättigung, Neutralisation der Säuredurch die Basis hinsichtlich ihrer Wirkung auf Lackmustinclurstattgefunden. Verdampft man die Flüssigkeit zur Trocknis*. ^obleibt ein krystallinisches Salz, das schwefelsaure Kali.

Dieses Salz enthält, wie die Analyse desselben zeigt, Schwe-felsäure und Kali in dem Verhältniss, dass die Säure dreimalmehr Sauerstoff enthält, ah die Basis, und da man Aequivalcntdes Kaliums die Menge desselben nennt, welche sich mit 8 Thei-len Sauerstoff (f Aeq. Sauerstoff) vereinigt, so folgt, dass dieFormel des schwefelsauren Kalis K O . S O, geschrieben werdenmuss.

Sättigt man auf die nämliche Weise die Schwefelsäure genaumit Natron oder Lithion, so erhält man schwefelsaures Natronoder schwefelsaures Lithion. In dieser. Salzen ist der