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Stickstoi I o \ vihil.
eigentlichen Respirationsthätigkeiten gehen auch in einer Atmo-sphäre von Stickstoffoxydul fort, und gewisse Thiere können meh-rere Stunden hing in diesem Gas leben. Der bei der Eespirarti' 111 stattfindende \ erbrennungsprocess ist also lebhaft genug,um eine Zersetzung des Stickstoffoxyduls bewirken zu können.Ein hinge Zeit anhaltender Aufenthall des Thieres in diesem(la> bringt indessen in seinem Körper hinlänglich bedeutendeStörungen hervor, um den Tod zur Folge zu haben.
Das -von Menschen eingeathmete Stickstoffoxydulgas bewirkteine Art Trunkenheit, welche, wie man sagt, von angenehmenGefühlen begleitet ist. Man hat diese Eigenschaft schon kurznach der Entdeckung des Gases bemerkt, und dasselbe daherLustgas genannt. Man darf zu diesem Versuche nur ganz rei-nes Stickstoffoxydulgas anwenden, weil das chlorhaltige, welchesman aus unreinem, salmiakhaltigern, salpetersaurem Ammoniakerhält, die Athmungsorgane bedeutend angreifen würde.
Das Stickstoffoxydulgas wird, wie erwähnt, bei 0" untereinem Druck von 30 Atmosphären flüssig. Flüssiges Stickstoffoxy-dul lässt mc[i in ansehnlicher Menge, durch Zusammenpressendes Gases in einem starken, mit schmelzendem Eis umgebenenMetallgefäss, mittelsl einer Druckpumpe darstellen. Oeffnet manden unten befindlichen Hahn dieses Gefässes, so wird ein Theildes Stickstoffoxyduls gasförmig, und erkaltet hierbei dasüebrigeso sehr, dass dieses sich nicht verflüchtigt, sondern sogar theil-weise in weissen schneeförmigen Flocken fest wird. Der flüssigeTheil kann in einer Röhre gesammelt und darin, mehr als einehalbe Stunde lang, offen aufbewahrt werden.
Beim Eintauchen eines Metalls in diese Flüssigkeit entstehtein Zischen, wie wenn man ein glühendes Eisen in Wasser taucht.Audi des Quecksilber zeigt diese Erscheinung und wird bald lestund dem Silber gleich aussehend. Das Kalium, welches das gas-förmige Stickstoffoxydul in der Wärme leicht zersetzt, ändertsich in Berührung mit der Flüssigkeit nicht. IMit Kohle. Schwe-fel, Phosphor und Jod tritt dasselbe ein. Das bei gewöhnlichemDruck der Atmosphäre flussige Stickstoffoxydul besitzt eine sehrniedrige Temperatur, die man auf — 87" schätzt. Bringt manes unter die Glocke einer Luftpumpe und pumpt rasch aus. sofällt die Temperatur noch viel tiefer, und ein Theil gefriert alsweisser Schnee. Bringt man in das im leeren Räume verdam-pfende flüssige Stickstoffoxydul eine mit demselben Stoff ange-füllte zugeschmolzene Glasröhre, so gefriert dieser zu einerfesten, vollkommen dursichtigen Masse.