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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Eigenschaften.

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einem Beschlag von Thon*) zu versehen, der sie vor der Zer-störung durch die Hitze ziemlich schützt.

41. Wir gehen nun, nachdem wir die Methoden zur Berei-tung des Sauerstoffgases genau beschrieben haben, zur Angabeder hauptsächlichsten Eigenschaften dieses Stoffes über.

/ Das Sauerstoffgas ist durch sein Aussehen nicht von der at-mosphärischen Luft zu unterscheiden. Stellt man die Dichtigkeitder Luft durch 1,00000 dar, so ist die des Sauerstoffgases 1,10563.Ein Liter atmosphärischer Luft wiegt bei der Temperatur von0° und unter einem Druck, gleich dem einer 7G Centmieter hohenQuecksilbersäule 1,2932 Gramme. Ein Liter Sauerstoffgas wiegtunter denselben Umständen 1,4298 Gramme.

Das Sauerstoffgas löst sich in sehr geringer Menge im Was-ser auf; bei 4° nimmt das Wasser etwa 3 '/ lnoo seines Volumsdavon auf, mit anderen Worten: 1 Liter Wasser löst 37 Cubik-centimeter Sauerstoffgas, oder 1 Kilogramm Wasser löst 53Milligramme Sauerstoff auf.

42. Ein angezündetes Hölzchen brennt in atmosphärischerLuft fort; bläst man es aus, so bleibt der verkohlte Theil einigeAugenblicke glühend, brennt aber nicht von selbst mit Flamme.Bringt man aber ein solches Hölzchen, welches noch einige glü-hende Punkte zeigt, in eine mit Sauerstoffgas gefüllte Glocke, soentzündet es sich sogleich wieder und brennt äusserst lebhaft.Diese Eigenschaft ist für das Sauerstoffgas charakteristisch, undman benutzt dieselbe in den Laboratorien gewöhnlich, um jenesGas zu erkennen; wir werden indessen später sehen, dass ein an-deres Gas, das Stickstoffoxydul, diese Eigenschaft gleichfallsbesitzt.

Alle Körper verbrennen im Sauerstoffgas weit lebhafter alsin atmosphärischer Luit. Eine einzeln glühende Kohle verlöschtin der Luft; bringt man eine solche aber mittelst eines eisernenDrahtes auf einem Porcellanschälchen in ein mit Sauerstoffgas ge-fülltes Gefäss (Fig. 7 a. f. S.1 mit weiter Mündung von 3—4Liter Inhalt, so tritt eine äusserst lebhafte Verbrennung derKohle ein, wobei ein intensives Licht entsteht und die Kohle sichrasch verzehrt.

Auch die Verbrennung des Schwefels und des Phosphors ist

*) Der Thon zu Beschlägen wird aus gewöhnlichem Töpferthon bereitet,den man mit der zwei- bis dreifachen Menge von Sand vermischtund mit Wasser anrührt. Man -etzt häufig etwas Häcksel oderKuhhaare zu, wodurch ev leichter an dem Glase anhaftet.