2002
Sinalbinsenfol, Skimmin.
mit Tierkohle entfärbt und in heißen Alkohol hineinfiltriert. Ausheute 2,5 Proz.(J. Gadamer).
Das Sinaibin bildet kleine, glänzende, schwach gelbliehe Kadeln, welcheleicht in Wasser, sehr schwer in kaltem, leicht in kochendem (1: 3,3) Alkoholvon 85 Proz. löslich sind. In absolutem Alkohol, Äther und Schwefelkohlen-stoff ist es nicht löslich. Linksdrehend. Das Sinaibin schmilzt lufttrockenhei 83 bis 84°. Durch die geringste Spur eines Alkalis wird es intensivgelb, durch Salpetersäure vorübergehend rot gefärbt. Beim Kochen mitNatronlauge liefert es Natriumsulfat und Ehodannatrium. In wässerigerLösung zerfällt es durch Myrosin in Glycose, saures schwefelsauresSinapin: C 16 H 24 N0 5 .HS0 4 (s. S. 1698), und Sinalbinsenfol: C r H ? O.NCS:C 3o H « N 2g2 0 i5 _|_ H » 0 _ c <> H i2 0 6 _|_ c 1G H 24 N 0\ H S 0 4 -f C'H'O.NCS.
Die gleiche Umwandlung erleidet das Sinaibin, wenn man den weißen Senf-samen mit "Wasser anrührt. Silberlösung erzeugt in Sinalbinlösung nacheiniger Zeit einen aus den Silberverbindungen des Sinapins und Sinalbiu-senföles bestehenden Niederschlag. Quecksilberchlorid ruft nach einiger Zeiteinen weißen, kristallinischen Niederschlag hervor, welcher aus einem Gemengevon Sinapinquecksilberchlorid: C l, H w N0 1 . Cl-f- HgCl 2 , und einer Verbindungvon Sinapinquecksilbersulfat und Sinalbinsenfol besteht. Quecksilberox3 - dsulfaterzeugt, unter Abspaltung von Traubenzucker, allmählich einen blaßgelben,kristallinischen Niederschlag: [C 24 H 31 N 2 S 2 O 10 ] 2 Hg, welcher noch die Elementedes Sinalbinsenföles, des Sinapins und der Schwefelsäure enthält (s. unten).Chlorharyum bewirkt in Sinalbinlösung keine Abscheidung; erst nach etwa12 stündigem Kochen scheidet sich Baryumsulfat aus unter gleichzeitigerBildung von Sinapinchlorid und Para-Oxyphenylessigsäure. Die Konstitutiondes Sinalbins ist der des Sinigrins (s. S. 1976) ähnlich (J. Gadamer):
O.S0 2 .0 . C' 6 H 24 N0 5
G—S—0 6 H"O 5
IIN.CH 2 .C 6 H 4 . OH
Sinaibin
O.S0 2 .O.C 16 H 24 N0 5 V
c—s-
Hg
N.CH 2 .C 6 H 4 .0H J
Quecksilberverbindung.
DasSinalbinsenföl: 0 f H'O . NCS, Para-Oxybenzylsenf öl (H.Sal-
f O TTkowski): C 6 H 4 p„ 2 -wna i i\> wird dem bei der Spaltung des Sinalbins
durch Myrosin entstehenden Niederschlag durch Alkohol entzogen. Es bildetein gelbes, scharf schmeckendes, blasenziehendes Ol, welches sich beim Er-hitzen zersetzt. In Wasser ist es fast unlöslich, dagegen leicht löslich inAlkohol und Äther. Nach dem Erwärmen mit Natronlauge oder mit Ammo-niak liefert es mit Eisenchlorid die Bhodanreaktion.
Skimmin: 0 15 H 16 0 8 , ist in dem Holz und der Binde von Skimmiajaponica enthalten. Zur Darstellung desselben wird das alkoholische Extraktmit wenig Wasser erwärmt, die wässerige Lösung zur Kristallisation beiseitegestellt und werden die allmählich ausgeschiedeneu kristallinischen Massendurch Umkristallisieren aus verdünntem Alkohol, unter Anwendung vonTierkohle, gereinigt. Das Skimmin bildet weiße, bei 210° schmelzendeNadeln, die wenig löslich in kaltem, leicht löslich in heißem Wasser und inAlkohol sind. Die alkalische Lösung zeigt blaue Fluoreszenz. Beim Kochenmit verdünnten Säuren zerfällt es in Zucker und Skimmetin: 0 D H 6 0 J(ümbelliferon?):
C » H i«0» -f H 2 0 = C 6 H 12 0 6 +■ CH'O'.