1942
Apiin.
säure wird Apiin in Nitroapigetrin: C 21 H 1 "(NO*)0 1 ", ein gelbes, schwerlösliches, kristallinisches Pulver verwandelt. Dasselbe ist die Nitroverbindungdes Apigetrins oder Gly coseapigenins, eines Glycosides, welches sichvon dem Apiin dadurch unterscheidet, daß es nur noch die Glycosegruppeenthält (A. G. Perkin). Durch Emulsin oder durch Hefe wird das Apiinnicht gespalten. Beim Kochen mit Salzsäure von 14 Proz. wird es dagegenin Apiose, Glycose und Apigenin: C l5 H 10 O b , zerlegt:
C ü6 H sii 0 i4 _j_ 2H 2 0 = G 5 H 10 O 5 -f- C 0 H 12 O 6 + C lb H l °0\
Wird das Apiin mit verdünnter Schwefelsäure (1 Proz.) gekocht, sozerfällt es zunächst nur in Apiose: C b H lu O s , und Glycoseapigenin:C 21 ff i0 O 10 :
C 26 H 28 0 14 _|_ JJ-2Q _ 0 5 H 10 O 5 + 0 äl H S0 O 10 .
Das Glycoseapigenin kann dann durch Einwirkung von Emulsin odervon verdünnter Salzsäule weiter in Apigenin: C lb H 10 O b , und Trauben-zucker gespalten werden:
C 2, H 20 O 10 + H*0 = C 8 H ,2 0 6 + C Ib H 10 O b .
Das Apiin ist daher als ein Apiose-Apigeninglycosid zu bezeichnen.
Die Apiose: C 5 H 10 O 5 oder (CH 2 . OH) 2 0 . OH—CH . OH—CH : 0, leitetsich von der Erythrose (s. S. 307) durch Ersatz eines Wasserstofiatomsdurch die CH 2 . OH-Gruppe ab. Dieselbe bildet eine sirupartige Masse,welche abweichend von den Pentosen (s. S. 309) weder Eurf urol als Zer-setzuugsprodukt, noch die Phloroglucinreaktion liefert. Durch Oxydation mitBrom in wässeriger Lösung geht die Apiose in sirupartige Tetraoxyiso-valeriansäure: C b H 8 (OH)'0 2 (Apionsäure), durch Erhitzen mit Jod-wasserstoffsäure und rotem Phosphor in Iso valeriansäure: C 5 H 10 O 2 , über.
Glycoseapigenin: C 21 H 20 O 10 + H 2 0, bildet eine weißgelbe, kristal-linische Masse, die gegen 215 bis 220° schmilzt. Dasselbe löst sich leicht inverdünntem, schwer in konzentriertem Alkohol. Fehlingsche Kupferlösungwird nicht davon reduziert. Durch 5stündiges Kochen mit Natronlauge von25 Proz. wird das Glycoseapigenin gespalten in CO 2 , Para-Oxyacetophenonund Glycosephloroglucin: C 12 H 16 0°; gelbes, in Wasser schwer, in Alkoholleichter lösliches Pulver. Linksdrehend. Apiin wird unter den gleichenBedingungen in CO 2 , Para-Oxyacetophenon und sirupartiges Apioseglycose-phloroglucin: C 17 H 24 0 12 , zerlegt.
Das Apigenin, Trioxyflavon (s. S. 1901), Oxychrysin: C 15 H 10 O 5 ,CH 0
S\/\
HO.C C C.C 6 H 4 .OHoder , bildet hellgelbe, bei 292 bis 295° unter teil-
HC C CH%/\/.C CO
OH
weiser Zersetzung sublimierbare Nadeln, welche leicht löslich in Alkohol,schwer löslich in heißem Wasser, unlöslich in Äther sind. Beim Schmelzenmit Kalihydrat liefert es Phloroglucin, Para - Oxybenzoesäure und etwasAmeisensäure und Oxalsäure. Beim Kochen mit starker Kalilauge liefertApigenin Phloroglucin und Para-Oxyacetophenon: HO.C 8 H 4 —CO—CH J(Schmelzp. 108°).
Synthetisch ist das Apigenin erhalten durch 12stündiges Erhitzen vonAnissäuremethyläther: CH 3 0 . C°H 4 —CO . OCH a , und Trimethylphloroglucin-