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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1855
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Bitterstoffe.

1855

Botulismus ist auch nach dem Genuß von verdorbenen Gemüse-konserven, z. B. grünen Bohnen, beobachtet.

Fleischgift. Die Intoxikationen, welche durch stark in Verwesung über-gegangenes Fleisch hervorgerufen werden, sollen durch Rarillus proteus vulg.,bzw. des von diesem erzeugten Ptomains: Sepsin: C 5 H. 14 N ä 0 2 , veranlaßt sein.

Fischgift. Intoxikationen durch den Genuß von verdorbenem Fisch-fleisch kommen verhältnismäßig häufig vor. Die hierdurch hervorgerufenenKrankheitserscheinungen: Ichthyismus, äußern sich in verschiedener Weise.Bisweilen erinnert das Krankheitsbild an Atropinvergiftung. Ob jedoch diese"Wirkungen durch das Ptomatropin (s. S. 1853) hervorgerufen werden, istzweifelhaft. Jedenfalls dürften hierbei noch andere Ptomaine, vielleichtmuscarinartiger Natur, mit in Betracht kommen. Da die Gefahr einer Fisch-vergiftung bei beginnender Fäulnis am größten ist, so kann zum Nachweisder Schädlichkeit derartigen Fischfleisches nur eine physiologische Prüfungdesselben in Betracht kommen. Das gleiche gilt auch für die Mies-muschelintoxikationen.

Die Miesmuschel, Mytilis edidis, ist an sich ungiftig, kann aber imlebenden Zustande durch stagnierendes "Wasser giftig werden, wobei das Giftbesonders in der Leber angehäuft wird. Ob es sich bei diesem Gift um dasMytilotoxin (s. S. 1854) oder um andere Ptomaine handelt, ist unent-schieden.

Käsegift. Die Ursachen des Giftigwerdens des Käses sind bisher nichtbekannt. Wahrscheinlich ist die wiederholt beobachtete Giftigkeit des Käsesjedoch ebenfalls nur auf Ptomainbildung zurückzuführen. Das aus der-artigem Käse von Vaughan isolierte Tyrotoxin: C 6 H 6 N S (?), hat jedochdamit nichts zu tun. "Vielleicht kommt auch hier die Lebenstätigkeit desBacillus iotulinus (s. oben) mit in Betracht.

Zu den Ptomainen zählen auch die von Kutscher im normalenmenschlichen Harn aufgefundenen Basen: Harnptomaine, das NoTain:C 7 H l9 NO b , Goldsalz bei 153° schmelzend; das Titiatin: C b H 14 N 6 , Goldsalzbei 167° schmelzend; das Reductonovain: C 7 H' 7 NO% Goldsalz bei 175 bis180° schmelzend; das Mingin: CWN'O* (?), Goldsalz bei 194° schmelzend;das Gynesin: C 1 "H S3 N s 0 a , usw. Auch die im Fleischextrakt (s. dort) ent-haltenen Basen stehen den Ptomainen nahe. Ahnliches gilt von den alkaloid-artigen Bestandteilen des Lebertrans (s. S. 703) und anderen Tiersubstanzen,z.B. dem Trimethylaminoxyd: (CH 3 ) 3 N0, des Muskelextrakts des Dornhais,Goldsalz bei 250° schmelzend (Suwa).

Über die Toxalbumine s. dort.

O. Bitterstoffe.

Mit dem NamenBitterstoffe" pflegt man eine große Anzahl stick-stofffreier, aus Kohlenstoff, Wasserstoff und S-auerstoff bestehender, bitterschmeckender, farbloser oder doch nur wenig gefärbter Vevbinduugen zu-sammenzufassen, welche fertig gebildet im Pflanzenreich vorkommen. DieKenntnis der Mehrzahl dieser Stoffe ist vorläufig noch eine sehr lücken-hafte; es ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß beieinem eingehenden Studium diese Klasse von heterogenen Verbindungenallmählich vollständig als solche verschwindet, da nach Erforschung ihrerKonstitution es gelingen wird, sie in die verschiedenen Gruppen wohlcha-rakterisiertev organischer Stoffe einzureihen.

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