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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1854
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1854

Ptomaine, Wurstgift.

der Gruppe der aro-

gehören meist der Fettkörperklasse, und nur weni£matischen Verbindungen an:

Methylamin: NH*.CH ä ; Dimethylamin: NH(Cff) 8 (giftige Wurst,faule Hefe, fauler Leim, faule Fische); Trimethylamin: N(CH 3 ) 3 ; Äthyl-amin: NH'.C'H 5 ; Diäthylamin: NHIC'H 1 )'; Triäthylamin: N(C ! H 5 ) 3(faule Fische); Propylamin: NH* . C J H ? (fauler Leim); Tetanotoxin:C 5 H"N, giftig (Kulturen des TetarmsbaciUus); Collidin: C"H"N(?) (faulerLeim); Hy d rooollidin: C 8 H I3 N, sehr giftig (faule Makrelen, faules Pferde-fleisch); Parvolin: C S H I3 N (faule Makrelen); Corindin(?): C^H^N, giftig(faules Fibrin); Spermin: C'H 5 N, bzw. C 5 H 14 N'-, ungiftig, Cholerakulturen;Äthylidendiamin: C 2 H B N 2 , giftig (faule Dorsche); Putrescin: C 4 H'*N fi(faules Fleisch, Leichen usw.); Cadaverin: C ! 'H l4 N s (faules Fleisch, fauleFische usw.); Neuridin: CH^N*, ungiftig (Leichen, verdorbene Wurst usw.);Saprin: C 5 H 14 N*, ungiftig (Leichen); Methylguanidin: C 2 H 7 N 8 , giftig(faules Fleisch, Cholerakulturen); Mydin: C B H u NO, nicht giftig (mensch-liche Leichen); Neurin: C"H' a NO (s. S. 774), giftig (faules Heisch); Cho-lin: C 5 H"NO* (s. S. 771), nicht giftig (verdorbene Leberwürste); BetainrC 5 H u N0 2 + H*0 (s. S. 449), nicht giftig (Miesmuschel); Muscarin:C S H IS N0 3 , giftig (faule Dorsche); Mjdatoxin: C'H ,J NO ! , giftig (faulenFleisch, Leichen); Mjtilofoxin: C f H"}iO*, giftig (giftige Miesmuschel);Tiridinin: C , H' 2 N ! 0 3 , aus gefaultem Pankreas, ein in schwang]ünen, bei176° schmelzenden Blättchen kristallisierendes Goldsalz liefernd, Marcitin:C 8 H 19 N 3 , Goldsalz bei 175 bis 178° schmelzend, Pntrin: C"H S6 N 2 0 3 , Gold-salz bei 109 bis 110" schmelzend, und Putridin: C u H i6 N*O a (?); tiadinin:C'H"NO ! , giftig (faule Dorsche); Typhotoxin: C'ff'NO*, giftig (Typhus-kultuien); Pyocyanin: C 14 H 14 N O' 2 (?), ungiftig (blauer Eiter); Tetanin :C 13 H*°N*0 4 , giftig (Tetanuskulturen); giftige, bisher unbenannte Basen ausfaulendem Fleisch: C^H'^N 4 ; C 5 H"N0 2 ; C ü H' 5 N0 2 ; C 7 H 18 N y 0 2 ; CWN'O';C" , H !0 N 2 O 4 (faules Fibrin). Die kristallisierbare Base C D H"N0 4 des Harns,von Influenzakranken und das kristallisierbare Ptomain C'H'NO 3 des Harnsvon Carcinomkranken; das giftige, in Tafeln kristallisierende ErysipelinrC u H l3 N0 3 , des Harns bei Erysipelas; das Plenricin: C b H 6 JS s O" 2 , des Harnsvon Pleuritiskranken; das Convulsivin: C 5 E"N0 1! , des Harns bei Keuch-husten. Die durch Krankheitserreger gebildeten Ptomaine werden als.pathologische bezeichnet.

Wurstgift. Bei der eigentlichen Wurstvergiftung, welche nach demGenuß schlecht geiäucberter oder zu lange Zeit aufbewahrter Blut- undLeberwürste bisweilen eintritt, cmfte es sich meist um die Wirkung desBacillus botulitius, bzw. der von diesem Mikroorganismus erzeugten Ptomainehandeln: Botulismus. Der nicht näher bekannte Giftstoff steht demDiphtherie- und Tetanustoxin nahe,; er wirkt auf das Zentralnervensystem.Bei der Feststellung von Wurstvergiftungen dürften der Verlauf der Intoxi-kation und die bakteriologische Prüfung in erster Linie in Betracht kommen.Eine chemische Prüfung ist nur aussichtsvoll, wenn größere Mengen vonUntersuchungsmaterial vorliegen, und dürfte auch hier nur die physiologischeWirkung der isolierten Stoffe einen sicheren Anhalt liefern. Baur konnteaus Wurst, welche Botulismus verursacht hatte, das giftige Neurin (s. S. 774)und das ungiftige Neuridin (s. S. 777) isolieren, indem er das zerkleinerteUntersuehunfjsmaterial mit Wasser, welches sehr schwach mit Salzsäure an-gesäuert uar, extrahierte, diesen Auszug zum Sirup eindampfte, den Bück-stand mit absolutem Alkohol auszog und letztere Lösung mit alkoholischerQuecksilberchloridlösung versetzte (Apotheker-Zeitung 1900, S. 452).