Kakteenalkaloidp.
1841
leicht in Wasser, und zwar mit alkalischer Reaktion lösen. Auch in Alkohol,Äther und Chloroform ist das Anhalonin sehr leicht löslich. Das salzsaureAnhalonin: C 12 H l:, N0 3 , HCl, ist in kaltem "Wasser wenig, in heißem Wasserleicht löslich; es schmilzt bei 254 bis 255°. Konzentrierte Schwefelsäure löstes mit gelber Farbe, die bei gelindem Erwärmen in Violettrot übergeht.Salpetersäure enthaltende Schwefelsäure färbt sich violettrot, konzentrierteSalpetersäure anfangs rötlich, allmählich blutrot. Das Anhaloninhydro-clilorid ist linksdrehend. Das Anhalonin ist eine sekundäre Base, die eineMethoxylgruppe : O.CH 3 , enthält. Wirkt strychninartig.
Außer Anhalonin enthält Änhalonium Lewiuii nach Heffter nochMezcalin: C'ff'NO 3 , Anhalonidin: C'ff'NO 3 , und Lophophorin:C l3 H l7 N0 3 , nach Kauder außerdem noch Pellotin: C 13 H 19 N0 3 , und Anha-lamin: C ll H l5 N0 3 . Das Anhalamin ist in kaltem Äther und Chloroformfast unlöslich. Aus den heiß bereiteten Lösungen scheidet es sich als Gallerteab. Aus heißem absoluten Alkohol kristallisiert das Anhalamin in mikro-skopischen Nadeln, die bei 185,5° schmelzen. Dasselbe ist optisch inaktiv;es enthält zwei Methoxylgruppen: O.CH 3 , und eine OH-Gruppe. Anhalaminist eine sekundäre Base. Die Salze des Anhalamins geben mit Eisenchlorideine blaue Färbung. Über die Trennung dieser Basen s. Archiv der Phar-mazie 1899, S. 191 u. f.
Das Mezcalin: C u H"NO s , ist eine ölige Flüssigkeit, welche raschKohlensäure anzieht und hierdurch in das kristallisierte Carbonat übergeht.Das Mezcalin ist das Hauptalkaloid von Änhalonium Leuinii und auch derTräger der spezifischen Wirkung dieser Pflanze: narkotisch-tetanisch. Das-selbe ist eine starke, sekundäre Base, die drei Methoxylgruppen: O.CH 3 , ent-hält. Bei der Oxydation mit KMnO 4 liefert das Mezcalin Trimethyl-gallussäure (s. S. 1196).
Das Anhalouidin: C ls H 15 N0 3 , kristallisiert aus heißem Benzol in kleinen,bei 154° schmelzenden Oktaedern, die leicht in Wasser löslich sind. Dasselbeenthält zwei Methoxylgruppen: O.CH 3 , und eine Hydroxylgruppe: OH.Eisenchloridlösung ruft eine Blaufärbung hervor.
Das Lophophorin: C 13 H 1? N0 3 , ist eine ölige, in Wasser schwer, inorganischen Lösungsmitteln leicht lösliche Flüssigkeit von sehr großer Giftig-keit. Dasselbe enthält eine Methoxylgruppe: O.CH 3 .
Pellotin: C"H lä NO(0 .CH 3 ) 2 , ist zu 0,74 Proz. (der frischen Pflanze)in der als Pellote bezeichneten mexikanischen Kaktee Änhalonium Williamsiienthalten. Das Pellotin kristallisiert aus Alkohol in wasserhellen, bei 110°schmelzenden Tafeln, welche sich kaum in Wasser, dagegen leicht in Alko-hol, Äther und Chloroform lösen. Salpetersäurehaltige Schwefelsäure undkonzentrierte erwärmte Salpetersäure lösen das Alkaloid mit Permanganat-farbe. Das Pellotin ist giftig. Das Hydrochlorid ist arzneilich empfohlen.
Pilocerein: C 30 H 44 N 2 O 4 , findet sich in beträchtlicher Menge in Pilo-cereus Sargeniianus Orcott. Dasselbe bildet ein amorphes, bei 82 bis 86°schmelzendes Pulver, welches unlöslich in Wasser, leicht löslich in Alkohol,Äther, Chloroform und Petroleumäther ist. Auch die Salze des Pilocere'insscheinen nicht kristallisierbar zu sein (G. Heyl).
Auch in Änhalonium prismaticum, A. Jourdanianum, A. Tisnagra, l'liyl-locereus Arlcermannii, Epipliyllum Russelianum, Astrophytum myriostigma, Echi-noccreus mamillosus, Mamillaria centricirrha , Cereus peruvianus, 0. grandi-florus u. a. sind nach Heffter Alkaloide enthalten.
Boragineenalkaloide. In Gynöglossum officin., Anchusa officin. undEchium vulg. ist je ein Alkaloid, das Cynoglossin, zu 0,0022 bzw. 0,0035 undSchmidt, Pharmazeutische Chemie. II. 11g
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