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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1839
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Nachweis des Mutterkorns.

1839

Zur weiteren Kennzeichnung der isolierten Mutterkornpartikelchenempfiehlt Ed. Schaer (Archiv der Pharmazie lb90, S. 257), dieselben mitwässeriger Chloralhydratlösung (2 : 1 oder 3:2) zu verreiben und die erzielteLösung nach einiger Zeit durch ein sehr kleines Filter zu filtrieren. Die-selbe zeigt alsdann eine kirschrote Färbung und hinterläßt beim Verdunstenauf reinstem Filtriorpapier einen hellroten, am Rande bräunlichen Fleck.Beim Benetzen mit ammoniakhaltigem Alkohol geht die Farbe des Fleckesin ein schmutziges Violett über.

Zum Nachweis des Mutterkorns im Mehl bedient man sich desVerhaltens, welches der in der Schale des Mutterkorns enthaltene rote Farb-stoff, das Sclererythrin, gegen ätzende Alkalien, Alkalicarbonate usw.zeigt. Zu diesem Zweck digeriert man 10 g oder mehr des zu prüfendenMeliles einige Stunden mit der doppelten oder dreifachen Menge Alkohol,dem auf je 1 g ein Tropfen verdünnter Schwefelsäure (1 :5) zugesetzt ist,preßt alsdann die Masse aus, wäscht den Bückstand mit Alkohol nach undverdunstet die filtrierten Auszüge bei mäßiger "Wärme. Aus dem verbleibendenBückstande extrahiert man hierauf den Farbstoff mit etwa 10 cem Ätherund schüttelt die klare Lösung mit fünf Tropfen einer kalt gesättigtenwässerigen Lösung von Natriumbicarbonat. Bei Gegenwart von Mutterkornscheidet sich allmählich am Boden des Gefäßes eine violett gefärbte,wässerige Schicht ab (nach Hoffmann noch bei einem Gehalt von l / 6 bis

Vi. Proz-).

Vorstehende Beaktion kann auch in der Weise ausgeführt werden, daßman 10 g Mehl direkt mit 20 g Äther, dem 10 Tropfen verdünnter Schwefel-säure (1 : 5) zugesetzt sind, in einem verschlossenen Gefäß unter zeitweiligemUmschütteln mehrere Stunden lang (bis einen Tag) stehen läßt. Die Flüssig-keit wird alsdann filtriert, der Rückstand mit Äther nachgewaschen, bis dasFiltrat 20 g beträgt, und letzteres dann mit 10 bis 15 Tropfen kalt gesättigterNatriumbicarbonatlösung geschüttelt.

Nach B. Palm lassen sich noch 0,05 Proz. Mutterkorn in folgenderWeise im Mehl erkennen: Das zu untersuchende Mehl wird mit der 10- bis15fachen Menge Alkohol von 35 bis 40 Proz., dem einige Tropfen Ammoniakzugemischt sind, bei 30 bis 40° vollständig extrahiert. Die abgepreßte undfiltrierte Flüssigkeit wird alsdann mit Bleiessig bis zur vollständigen Fällungversetzt, der Niederschlag gesammelt, zwischen Fließpapier gepreßt und nochfeucht mit kalt gesättigter Boraxlösung digeriert. Bei Gegenwart vonMutterkorn tritt dann eine rotviolette Färbung ein.

Zum mikroskopischen Nachweis des Mutterkorns im Mehl ver-kleistert man 10 g oder mehr davon mit siedendem Wasser, fügt der ab-gekühlten Masse 100 g filtrierten Malzauszuges zu (50 g zerkleinerten Malzesmit 500 cem Wasser zwei Stunden lang bei 30 bis 45° digeriert), digeriert2 bis 4 Stunden lang bei 40 bis 50°, läßt dann noch 12 Stunden lang beigewöhnlicher Temperatur stehen und prüft das Ungelöste, nach dem Ab-setzen in einem Spitzglase, unter Benutzung eines Vergleichsobjektes, unterdem Mikroskop (A. Hilger). Das iVutterkorn kennzeichnet sich durch dasfeinmaschige, unregelmäßige, stärkefreie, aber fettreiche Hyphengewebe; dieBinde desselben erscheint infolge der Einlagerung von Sclererythrin braun-rot, nach Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure rosenrot gefärbt. Beiden aus dem Mageninhalt ausgelesenen oder durch Abschlämmen isolierten(gewohnlich auf der Oberfläche schwimmenden) Mutterkornpartikelchen istdiese Lokalisierung des Mutterkorn!arbstoffes häufig nicht mehr vorhanden,indem derselbe, infolge der Einwirkung des Magensaftes, die ganze Pilz-substanz mehr oder minder gleichmäßig durchzieht.