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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1838
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1838

Bestimmung der Mutterkornalkaloide.

IIa

Verbindungen wird die alkoholische Lösung mit überschüssigem Kalkwasserversetzt; das Calciumsalz des Sclererythrins scheidet sich aus, während dasder Fuscosclerotinsäure in Lösung bleibt. Letztere wird alsdann verdunstet,das zurückbleibende Calciumsalz durch verdünnte Schwefelsäure zerlegt unddie Fuscosclerotinsäure mit Äther ausgeschüttelt. Die Fuscosclerotinsäure isteine stickstofffreie, wenig gefärbte, kristallinische Masse.

Sclerojodin ist ein dunkel blauschwarzes, in Wasser, Alkohol undÄther unlösliches Pulver, welches sich in konzentrierter Schwefelsäure undin verdünnten Ätzalkalien mit violetter Farbe löst. Dasselbe wird dem beider Darstellung des Sclererythrins verbleibenden Mutterkornrückstand durchKalilauge entzogen und aus dieser Lösung durch Salzsäure gefällt.

Außer den im vorstehenden namhaft gemachten, ihrer chemischenNatur nach zum Teil noch zweifelhaften Bestandteilen enthält das Mutter-korn noch 17 bis 30 Proz. eines fetten Öles (s. S. 725), 0,1 Proz. Mycose(s. S. 1016), geringe Mengen von Schleim, diastati>eh und fettspaltend wirkendeEnzyme, Harz, Leucin (s. S. 472), Milchsäure (Buchheim), Ergosterin:c s7 H « 0 _j_ H 2 0 (s _ s . 740^ Mannit, Vernin (s. S. 860), Tetramethylen-diamin, Pentamethylendiamin (s. S. 777), Uracil (s. dort), Betain(Rieländer), Cholin, sowie 2 bis 4 Proz. Aschenbestandteile. Das beimErwärmen des Mutterkorn pul vers mit Kalilauge auftretende Trimethyl-amin scheint nur ein Zersetzungsprodukt des Cholins zu sein.

Zur annähernden Bestimmung des Gehaltes an Ergotoxin undErgotinin im Mutterkorn übergieße man in einem Arzneiglase 25g desfeinen Pulvers mit 125 g Äther und nach einigen Minuten mit einem Gemischaus 1 g Magnesia usta und 40 g Wasser. Hierauf lasse man das Gemischunter häufigem Umschütteln drei Stunden lang stehen, füge dann 3 gTragantpulver zu und schüttele kräftig um. Nach dem Absetzen filtriereman 100 g (= 20 g Mutteikorn) durch ein gut bedecktes Filter in einenScheidetrichter ab, schüttele den Auszug nacheinander mit 25, 15, 10 und5 ccm Salzsäure von 0,5 Proz. aus und kläre, wenn nötig, diese durch einkleines, angefeuchtetes Filter filtrierten Auszüge durch Schütteln mit etwasTalkpulver oder Kieselgur, welche zuvor mit Salzsäure behandelt und dannausgewaschen sind. Die nochmals filtrierten Auszüge mache man hieraufmit Ammoniak alkalisch und schüttele sie zunächst mit einem gleichen unddann noch zweimal mit einem halben Volum Äther aus, filtriere die klarenÄtherschichten durch ein kleines, mit Äther angefeuchtetes Eilter in eingewogenes dünnwandiges Kölbchen, wasche das Filter mit Äther nach,destilliere den Äther ab, trockene den Rückstand im Exsikkator bis zumkonstanten Gewicht und wäge denselben (Keller, Fromme).

Gutes deutsches Mutterkorn enthält 0,15 bis 0,20 Proz., russisches Mutter-korn 0,22 bis 0,25 Proz. Alkaloid. In einem auf Mohnia coerulea entwickeltenMutterkorn fand C. Hartwich 0,81 Proz. Alkaloid. In einem zwei Jahrelang aufbewahrten, gepulverten Mutterkorn fand C. C.Keller noch 0,165 Proz.Alkaloid, so daß dieser Droge, wenigstens bezüglich des Alkaloidgehaltes beirichtiger Aufbewahrung über Ätzkalk eine größere Haltbarkeit zuzukommenscheint, als man gewöhnlich anzunehmen pflegt.

Der Nachweis d es Mutterkorns in forensischen Fällen kannnicht auf die darin enthaltenen Alkaloide gestützt werden, vielmehr kommtes darauf an, die Pilzsubstanz aus dem Untersuchungsobjpkt: Erbrochenem,Mageninhalt, Darminhalt, Kot, durch Auslesen oder Abschlämmen selbst zuisolieren und dieselbe, unter Anwendung eines Vergleichsobjektes, mikro-skopisch zu identifizieren (s. unten).