1592
Brucin.
Jodoform-Strychnin: 3C 81 H !! N I O s .CHJ 3 , entsteht als ein rot-brauner, kristallinischer Niederschlag beim Versetzen der Auflösung derKomponenten in Chloroform mit Äther. Beim Kochen mit Alkohol gehtdiese Verbindung in das sehr beständige Produkt 2 C 2l H* ! N S! 0 ! . CHJ 3 über(Lextrait, Trowbridge). Chloroform liefert eine entsprechende Verbin-dung nicht.
Ob die Samen der Stryrhnos nux vomica außer Strychnin und Brucinnoch zwei dem Strycbnin in der Zusammensetzung (C^H^NW und C^H^N'O')und in den Eigenschaften sehr nahe stehende Basen enthalten, ist noch sehrzweifelhaft, dagegen scheint das als Igasurin bezeichnete Alkaloid nichtdarin zu existieren. Die als Igasursäure bezeichnete Verbindung, welchein den Ignatiusbohnen und auch in den Brechnüssen vorkommt, ist anscheinendmit der Chlorogensäure (s. S. 1481) identisch.
Brucin: C 23 H 26 N 2 0 4 -f 4 H 2 0.Brucinum, Caniramin, Vomicin.
Geschichtliches. Das Brucin ist i. J. 1819 von Pelletier undCaventou in der falschen Angosturarinde, derBinde von Strycknos nux vomica,entdeckt worden. Der Name „Brucin" verdankt dem Umstände seine Ent-stehung, daß man früher die falsche Angosturarinde als von Brucea antidysen-terica abstammend betrachtete. Die Zusammensetzung des Brucins ermitteltenLiebig, Begnault, Ettling, Varrentrapp und Will. Später sind ein-gehendere Untersuchungen dieses Alkaloids von Tafel, Pictet, Leuchs,Mossler u. a. ausgeführt.
Das Brucin findet sich als ein Begleiter des Strychnins in den ver-schiedenen Strychnosarten vor (s. S. 1580). Die Rinde von Strychnos mixvomica scheint neben Brucin nur sehr geringe Mengen von Strychnin zu ent-halten. Das Holz und die Binde von Strychnos ligustrina soll nachGreenishsogar nur Brucin (2 Proz.) und kein Strychnin enthalten. Auch in derBlay-Hitam-Binde ist nur Brucin und kein Strychnin enthalten (Santesson).
Zur Darstellung des Brucins dienen gewöhnlich die Mutterlaugen undWaschflüssigkeiten von der Strychnindarstellung (s. S. 1580). Um das Brucinhieraus zu gewinnen, befreit man dieselben von Alkohol, dampft sie aufein kleines Volumen ein, scheidet die gelösten Basen durch Neutralisation mitOxalsäure als Oxalsäure Salze ab, preßt die allmählich kristallinisch erstarrteMasse aus, trocknet sie und extrahiert sie bei möglichst niedriger Temperaturmit absolutem Alkohol. Das hierbei zurückbleibende Oxalsäure Brucin wirdnach dem Auswaschen mit absolutem Alkohol in heißem Wasser gelöst, dieLösung mit Tierkohle entfärbt und alsdann mit gebrannter Magnesia zurTrockne verdampft. Aus dem Verdampfungsrückstand extrahiert man dasBrucin mittels absoluten Alkohols oder Acetons und reinigt es schließlich,nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels, durch Umkristallisation aus ver-dünntem Alkohol.
Das Brucin läßt sich auch leicht dem getrockneten Gemisch von Strychninund Brucin, welches zunächst bei der Darstellung des Strychnins (s. S. 1580)resultiert, durch Extrahieren mit kaltem, absolutem Alkohol oder Aceton,worin das Strychnin fast unlöslich, das Brucin dagegen ziemlich leicht lös-lich ist, entziehen.
Eigenschaften. Das Brucin kristallisiert beim freiwilligen Verdunstenseiner Lösung in verdünntem Alkohol in farblosen, durchsichtigen, mono-klinen Tafeln; beim Erkalten einer heiß gesättigten Lösung scheidet es sich