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Pseudoconhydrin.
rhombische, hei 133 bis 134° schmelzende Kristalle, die in siedendem AVasserölig zusammenfließen. Bei der Oxydation mit Chromsäure liefert das Con-hydrin Links-Pipecolinsäure (s. S. 1502). Das Conhydrin scheint ein Links-Coniin zu sein, in dem in der Propylgruppe ein Atom Wasserstoff durch OHersetzt ist: C s H».NH-CH ! -CH.OH-CH 3 .
Pseudoconhydrin: C 9 H 17 NO, ist ebenfalls in geringer Menge in denConiumsamen enthalten (Ladenburg, Adam). Es ist dem Conhydrin inseinen Eigenschaften sehr ähnlich, besitzt jedoch höheren Siedepunkt undist leichter löslich. Das Pseudoconhydrin bildet farblose, bei 105 bis 106°schmelzende, optisch-aktive (rechtsdrehende), stark alkalisch reagierendeKristalle. Es siedet bei 229 bis 231°. In Wasser, Alkohol, Äther und Benzolist es sehr leicht löslich, auch die Salze desselben lösen sich sehr leicht auf.Das Pseudoconhydrin ist eine sekundäre Base.
Wird das Pseudoconhydrin mit der fünffachen Menge P 2 0 5 4 bis 5 Stun-den auf 110 bis 120° erhitzt, so geht es in ein stark rechtsdrehendes, hei171 bis 172° siedendes Conicein: C°H 15 N, über. Letzteres liefert mit Jod-wasserstoffsäure Jodwasserstoff saures Jodconiin: C 8 H 10 JN,HJ, Schmelz-punkt 182°, eine Verbindung, welche bei der Reduktion in Bechts-Coniinverwandelt wird (Löffler). Bei der Oxydation mit Chromsäure liefert dasPseudoconhydrin Links-Pipecolinsäure. Das Pseudoconhydrin kommt vielleicht
/CH 3 CH 2 —CH\durch die Formel: CH ! ( >NH )CH.OH zum Ausdruck. Das luft-
X CH 2 —CH—CH 2/beständige Hydrochlorid, welches wegen seiner Schwerlöslichkeit in Alkoholzur Trennung von dem zerfließlichen, sehr leicht löslichen Conhydrinhydro-chlorid dient, schmilzt bei 212 bis 213°, das Golddoppelsalz bei 133 bis 134°.
Isomer mit dem Conhydrin sind ferner das Pipecolylmethyl-alkin: C 5 H 9 (CH 2 —CH . OH—CHONH 1 ), das Lupetidylalkin: C 5 H 9 (CH 2—CH 2 —CH'.OH) NH, und das «-Äthyl-Piperylalkin: C 5 H"(CH.0H-CH ! -Cff)NH.
Das «-Pipecolylmethylalkin entsteht durch Reduktion von «-Pi-colylmethylalkin: C 5 H"(CH 2 —CH. OH—CH a )N, mit Natrium in alkoho-lischer Lösung. Letztere Base wird als Flüssigkeit (Siedep. 222 bis 228°) ge-bildet beim 8 stündigen Erhitzen äquivalenter Mengen von «-Picolin mitAcetaldehyd, unter Zusatz von Wasser, auf 160°. Das «Pipecolylmethylalkinist eine kristallisierbare, bei 45 bis 47° schmelzende, bei 224 bis 226° siedendeBase, die in Wasser, Alkohol, Äther und Benzol leicht löslich ist (Laden-burg).
Das Lupetidylalkin wird aus dem Reaktionsprodukt von «-Athyl-pyridin und Pormaldehyd, dem «-Lutidylalkin: C S H 4 (CH 2 — CH 2 —CH 2 . OH)N,durch Reduktion mit Natrium in alkoholischer Lösung gewonnen. Öliges,bei 232 bis 234° siedendes Liquidum. Das Golddoppelsalz bildet glänzende,bei 118,5° schmelzende Nadeln (Ladenburg).
Das «-Äthyl-Piperylalkin wird neben inaktivem Coniin, durchReduktion von Äthyl-Pyridylketon: C 2 H 5 —CO—C 5 H 4 N, mittels Natrium inalkoholischer Lösung erhalten. Dieses Keton entsteht bei der trockenenDestillation eines Gemisches von propionsaurem und picolinsaurem Calcium.
') Stickstoft'haltige, eine Oxyalkylgruppe (Alkoholgruppe) enthaltende Basenwerden als Oxyalkylbasen oder als Alkine bezeichnet. Die ätherartigen Ver-bindungen, welche sich von dem Alkin durch Ersatz des Wasserstoft'atoms der 0H-Gruppe durch Säureradikale ableiten, nennt man Alke'ine. Über die Bezeichnung„ Pipecolyl" usw. siehe Piperidine.