Coniin.
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ch»— cm
Coniin: C 8 H"N oder C8H« . N H oder CH 2 < >. NH.
CH 2 —CH(C a IF)Molekulargewicht: 127 (127,15 0 = 16).(In 100 Teilen, C: 75,50; H: 13,48; N: 11,02).Eechts-Coniin, Rechts-«-Propylpiperidin, Rechts-Hexahydropropylpyridin.
Geschichtliches. Das Coniin wurde i. J. 1827 von Gieseoke beob-achtet und als unreines Sulfat dargestellt; seine Reindarstellung lehrte jedocherst Geiger i. J. 1831. Mit der Untersuchung desselben beschäftigten sichbesonders Ortigosa, Blyth, "Wertheim, Kekule und v. Planta,A. W. Hof mann, welcher die richtige Formel C U H 17 N feststellte, sowieLadenburg, der es i. J. 1886 zuerst synthetisch darstellte, Wolffen-stein, v. Braun, Löffler u. a.
Vorkommen. Das Coniin findet sich, neben anderen Alkaloiden:Methylconiin, y-Conice'in, Conhydrin und Pseudoconhydrin, sieheunten, wahrscheinlich an Apfelsäure gebunden, in allen Teilen des Schier-lings, Conium maculatum. Am reichlichsten ist es in den nicht ganz reifenFrüchten der zweijährigen Pflanze (0,2 bis 0,9 Proz.) enthalten; in geringererMenge kommt es in den reifen Früchten vor; noch ärmer daran sind dieBlätter (bis 0,1 Proz.) und die Blüten. Der in Schottland wachsende Schier-ling soll nach Rochleder sogar überhaupt nicht giftig sein. Die infolge einesGehaltes an Cicutoxin (s. dort) stark giftige Wurzel von Cicuta virosa ent-hält kein Coniin. Auch das Vorkommen von Coniin in den Samen vonAethusa cynapium ist nur eine Vermutung von Walz. Nach G. de Sanctissollen dagegen die Stengel und Blätter von Sambucus nigra Coniin ent-halten.
Darstellung. Zur Darstellung des Coniins benetzt man 100 Tle. zer-quetschter, halbreifer, frischer Schierlingssamen mit heißem Wasser, fügtnach dem Aufquellen die konzentrierte Lösung von 4 Tln. Natriumcarbonatzu und unterwirft alsdann die gleichmäßig gemischte Masse in einer Destil-lierblase mittels gespannter Wasserdämpfe so lange der Destillation, als dasDestillat noch alkalisch reagiert. Das mit den Wasserdämpfen überdestil-lierende Bohconiin scheidet sich zum Teil als Ol ab, zum Teil bleibt es indem wässerigen Destillat gelöst. Das auf diese Weise ei-haltene Destillat wirdmit Salzsäure neutralisiert, hierauf zum dünnen Sirup eingedampft und letz-terer mit dem doppelten Volum absoluten Alkohols vermischt. Nach derAbscheidung des beigemengten Chlorammoniums wird alsdann die alkoholischeLösung des salzsauren Coniins abfiltriert, der Alkohol abdestilliert, aus demRückstand das Coniin durch Natronlauge abgeschieden und schließlich mitÄther ausgeschüttelt. Die ätherische Lösung des Rohconiins scheidet beimstarken Abkühlen meist lange Nadeln von Conhydrin (s. unten) aus, eineBase, die auch bei dem Abdestillieren des Äthers zum Teil mit den Äther-dämpfen übergeht. Das nach dem Abdestillieren des Äthers zurückbleibendeConiin wird alsdann durch frisch ausgeglühtes Kaliumcarbonat entwässert,schließlich im Wasserstoffstrom wiederholt rektifiziert und hierbei die zwischen165 bis 169° übergehenden Anteile gesammelt. Nach J. Schorm liefert dasRohconiin hierbei 10 Proz. Destillat vom Siedep. 110 bis 165°, 60 Proz. reinesConiin vom Siedep. 165 bis 169°, 20 Proz. Destillat vom Siedep. 169 bis 180°und 10 Proz. dickflüssigen Rückstand. Die über 169° siedenden Anteiledes Rohconiins bestehen aus einem Gemenge von Coniin, Methylconiin:C 8 H l6 (CH 3 )N, Conhydrin: C"H 17 NO, und Pseudoconhydrin: C 8 H 17 NO.