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Quantitative Bestimmung der Alkaloide.
Quantitative Bestimmung der Alkaloide. Die quantitative Be-stimmung der bei toxikologischen Analysen abgeschiedenen Alkaloide kannnur in seltenen Fällen mit annähernder Genauigkeit zur Ausführunggelangen. Soll die Menge des vorhandenen Alkaloids ermittelt werden, sokann dies entweder dadurch bewerkstelligt werden, daß man die aus einergewogenen Durchschnittsprobe des Untersuchungsobjektes schließlich erhaltene,möglichst reine Alkaloidlösung unter Anwendung von Vorsichtsmaßregeln,welche die Natur der zu bestimmenden Pflanzenbase erfordert, in einemgewogenen Schälehen verdunsten läßt und alsdann nach dem Trocknen dieGewichtszunahme des letzteren bestimmt, oder besser das restierende Alka-loid auf maßanalytischem "Wege, unter Anwendung von Jodeosinals Indikator, ermittelt (s. Exiractum Strychni).
Bisweilen hat man sich für diese Zwecke auch der von Mayer an-gegebenen, jedoch nicht sehr zuverlässigen und daher kaum emp-fehlenswerten maßanalytischen Bestimmungsmethode bedient. Letzterebasiert auf der Schwer- oder Unlöslichkeit der Quecksilberjodiddoppelsalzeder meisten Alkaloide in reinem oder schwach angesäuertem Wasser. Löstman 13,546 g Quecksilberchlorid und 49,8 g Jodkalium in wenig "Wasser aufund verdünnt alsdann diese Lösung auf 1000 ccm, so entspricht nach Mayerje 1 ccm dieser Normallösung 0,0167 g Strychnin; 0,0233 g Brucin; 0,0108 gChinin; 0,0102g Cinchonin; 0,0120 g Chinidin; 0,0145 g Atropin; 0,0268 gAconitin; 0,0296 g Veratrin ; 0,0200 g Morphin; 0,0213 g Narcotin; 0,00405gNicotin; 0,00416 g Comin; 0,01375 g Physostigmin. Bei der Titration vonVeratrin ist für jedes Cubikcentimeter obiger Quecksilberjodid- Jodkalium-lösung, welches zur Abscheidung des Alkaloids erforderlich war, noch alsKorrektur 0,000068 g zu der direkt ermittelten Menge Veratrin hinzuzuzählen.Ebenso ist bei der Bestimmung des Physostigmins für jedes Cubikcentimeterverbrauchter Quecksilberjodid-Jodkaliumlösung 0,000105 g Physostigmin alsKorrektur hinzuzufügen.
Die Titration der Alkaloide geschieht mittels obiger Normallösung amgeeignetsten in sehr schwach mit Schwefelsäure angesäuerter Lösung, derenAlkaloidgehalt annähernd 1 : 200 beträgt. Die Titration gelbst wird in der"Weise ausgeführt, daß man zu einem abgemessenen Quantum der zu bestim-menden Alkaloidlösung aus einer Bürette tropfenweise so lange von derNormallösung unter Umrühren zufließen läßt, bis die Fällung beendet ist.Das Ende der Reaktion kann meist in der "Weise erkannt werden, daß manein klares Tröpfchen der Mischung mittels eines zuvor stark geriebenen (umdas Anhaften des Niederschlages zu verhindern) Glasstabes herausnimmt undauf einer unten geschwärzten Glasplatte mit einem Tropfen einer verdünntenAlkaloidlösung zusammenfließen läßt. Die Reaktion ist beendet, sobald hier-bei eine eben beginnende Trübung bereits einen geringen Überschuß vonQuecksilberlösung anzeigt. Ein Gehalt an Alkohol, an Essigsäure oder anAmmoniak ist in der zu titrierenden Alkaloidlösung zu vermeiden, ebenso einstarkes Ansäuern derselben mit verdünnter Schwefelsäure.
Über die quantitative Bestimmung der Alkaloide in Vegetabilien, Ex-trakten usw. siehe diese Alkaloide selbst.
I. Sauerstofffreie Alkaloide.
Die sauerstofffreien Alkaloide sind bis jetzt nur in geringer An-zahl bekannt. Sie bilden in ihren Hauptrepräsentanten, dem Coniin,Nicotin und Sparteiin, farblose, unzersetzt destillierbare, leicht ver-änderliche Flüssigkeiten von stark alkalischer Reaktion.