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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Tee, Moringerbsäure.

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das schwer lösliche Morin ab, während das leicht lösliche Maclurin aufgelöstbleibt. Letzteres wird durch Eindampfen der von dem Morin getrenntenFlüssigkeit, Versetzen derselben mit Salzsäure und Umkristallisieren des sichabscheidenden gelben Niederschlages aus Salzsäure enthaltendem "Wassergewonnen. Die Moringerbsäure bildet im vollkommen reinen Zustande einhellgelbes, kristallinisches, wasserfrei bei 200° schmelzendes Pulver von süß-lichem, adstringierendem Geschmack. Sie löst sich leicht in heißem Wasser,sowie in Alkohol und Äther. Die wässerige Lösung fällt Eisenoxydsalzeschwarzgrün. Schmelzendes Kalibydrat spaltet die Moringerbsäure in Phloro-glucin und Protocatechusäure. Die gleiche Zersetzung findet beim Kochenmit starker Kalilauge, sowie beim Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäureauf 120° statt. Bei der trockenen Destillation derselben bildet sich Brenz-catechin und Phenol. Die Moringerbsäure (Maclurin) steht in ihrer Konsti-tution dem Catechin (s. S. 1456) nahe. Dieselbe ist als Pentaoxy-Benzo-phenon:

OH OH

HO.C

0------CH^ ,0--

f 7C-COC4

x 0H=CH / ^C-

:QH,

-CH

/

C.OH,

OH

anzusehen. Durch Einwirkung von Dimethylsulfat und KOH in alko-holischer Lösung wird die Moringerbsäure in Maclurinpentamethyläther:C'H'OfO.CH 3 )', verwandelt, welcher weiße, blättrige, bei 157° schmelzendeKristalle bildet. Dieselbe Verbindung wird erhalten bei der Einwirkung desOhlorids der Veratrumsäure (s. S. 1192) auf Phloroglucintrimethyläther:C 6 H 3 (O.CH 3 ) 3 , (Kostanecki, Lampe).

Durch Reduktion mit Zink und Schwefelsäure soll das Maclurin inPhloroglucin und das farblose, flimmernde Kristallenen bildende, wenig be-ständige Machromin: C"H 10 O 5 + 3H 2 0 (?), übergehen. Letztere Verbin-dung soll wenig in Wasser und Alkohol, leichter in Äther löslich sein undsoll die heiß bereitete wässerige Lösung derselben sich an der Luft blaufärben. Eisenchlorid soll in der verdünnten alkoholischen Lösung des

stoffhaltigen Blättern, wie von Weiden, Pappeln, Erdbeeren, Epilobium angustifolium,Schlehen, Kosen, Eschen usw. Erstere Verfälschung kennzeichnet sich durch geringenExtrakt-, Gerbstoff- und Coffe'ingehalt, letztere, nach dem Aufweichen in warmem"Wasser, durch die Form. Die ausgewachsenen Teeblätter charakterisieren sichferner durch die eigentümlichen, dickwandigen Spicularzellen (Fig. 101 a. S. 1483),welche sich im Parenchym nahe den Mittel- und stärkeren Seitenrippen befinden.Diese Spicularzellen fehlen den jüngeren Blättern, welche die feinen Pekko- undImperialsorten bilden. Bei letzteren sind die stets wohl erhaltenen Zotten der Blatt-zähne (Fig. 103 a. S. 1484) und die zahlreichen eigentümlichen Haare (Fig. 104a. S. 1484) für die Erkennung von Bedeutung. Die Spicularzellen werden durch Auf-weichen der Teeblätter in verdünnter Kalilauge sichtbar gemacht.

Auch Färbungen des Tees mit Berlinerblau, Curcuma und Indigo, Graphit,Campecheholzextrakt usw. sind bisweilen vorgekommen.

Die Gegenwart von Catechu macht sich in dem Tee zunächst durch den Ge-schmack und die mehr oder minder rotbraune Färbung des heißen wässerigen Aus-zuges bemerkbar; echter Tee liefert unter den gleichen Bedingungen einen weitweniger gefärbten, nur gelblichen oder bräunlichgelben Aufguß. Der heiß bereitetewässerige Auszug des echten Tees erleidet ferner durch Bleiacetat eine schmutzig-gelbe, catechuhaltiger dagegen eine rotbraune Fällung. Man benutze hierzu ein Ver-gleichsobjekt von notorisch gutem Tee.