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Gerbstoff bestimmung.
Leder hierbei kaum; es schwillt nur wenig auf und färbt die Essigsäurebräunlich. Leder, welches nicht genügend durchgegerbt ist, quillt hierbei starkauf und zeigt, gegen das Licht betrachtet, in der Mitte einen wachsgelben,durchschimmernden Streifen. Die Anwendung eines notorisch guten Ledersals Vergleichsobjekt ist hierbei zu empfehlen. 5. "Widerstandsfähigkeitgegen Wasser. Man bestimmt die Gewichtszunahme, die ein Stück Leder(20 bis 30 g) durch 24stündiges Liegen im Wasser erfährt, unter entsprechen-der Behandlung eines notorisch guten Leders der gleichen Qualität. 6. Invielen Fällen ist auch eine mikroskopische Prüfung des Leders, bis-weilen auch eine Bestimmung des Fettgehaltes durch Extraktion mitÄther oder Petroleumäther (im Soxhletschen Extraktionsapparat, s. Milch)für die Beurteilung von jWert. TJngefettetes, {lohgares Leder ] enthält nuretwa 1 Proz. Eett.
Die Art des zur Lederbereitung angewendeten Gerbstoffes ist bei demfertigen Leder für den Nichtfachchemiker schwer zu konstatieren.
Die zur Lederbildung geeigneten Gerbstoffe, welche das Gerbmaterialder Lohgerber bilden, werden nach Wagner als physiologische Gerb-säuren bezeichnet, während die zum Gerben nicht geeigneten, aber alsArzneisubstanz verwendbaren Gerbstoffe (z. B. Gallusgerbsäure), trotzdem siehäufig nicht pathologischen Ursprungs sind, pathologische Gerbsäurengenannt werden. Die physiologischen Gerbsäuren geben bei der Gärungund bei der Einwirkung von verdünnten Säuren keine Gallussäure und bei dertrockenen Destillation kein Pyrogallol, wie solches bei dem Hauptvertreterder sogenanten pathologischen Gerbsäuren, der Gallusgerbsäure, der Fall ist(s. dort).'
Die physiologischen Gerbstoffe liefern bei der trockenen Destillation meistBrenzcatechin; ihre wässerige Lösung wird durch Eisenchlorid grün gefärbt:eisengrünendejGerbstoff e —. Die sogenannten pathologischen Gerbstoffeliefern bei der trockenen Destillation meist Pyrogallol; ihre wässerige Lösungwird durch Eisenchlorid blauviolett gefärbt: eisenbläuende Gerbstoffe— (Watts).
Da der'Vert der Gerbmaterialien ausschließlich von der Menge der indenselben enthaltenen Gerbsäuren abhängig ist, so ist die wenigstens an-nähernde quantitative Bestimmung der letzteren von großer "Wichtigkeit fürdie Praxis. Derartige Bestimmungen werden jedoch durch den Umstand sehrerschwert, daß die in den gewöhnlichen Gerbmaterialien vorhandenen Gerb-säuren im reinen Zustande kaum bekannt sind, und daß ferner durch dieFällungsmittel von Gerbstoffen, wie Leimlösnng, Metallsalze, Alkaloide usw.,auch die die Gerbstoffe in den Pflanzen begleitenden fremdartigen Substanzenzum Teil mit niedergeschlagen werden. In den meisten Fällen kann es sichdaher bei der Untersuchung von Gerbmaterialien nur um die Ermittelungrelativer "Werte handeln, indem man das Verhalten des Untersuchungs-objektes gegen ein bestimmtes Fällungsmitte] mit dem vergleicht, welcheseine notorisch gute Probe des gleichartigen Materials gegen dasselbe Eällungs-mittel zeigt.
Um z. B. den "Wert einer Eichenrinde als Gerbmaterial zu ermitteln,erhitzt man 20 bis 25 g einer richtigen Durchschnittsprobe im ge-pulverten Zustande eine Stunde lang mit a / 4 Liter Wasser auf dem Wasser-bade, verdünnt nach dem Erkalten auf 1 Liter und filtriert den Auszug durchein trockenes Filter in ein trockenes Gefäß. Zu 50 ccm des auf diese Weiseerzielten klaren Auszuges fügt mau alsdann unter Umrühren aus einerBürette so viel frisch bereiteter Gelatinelösung (5 g getrockneter Gelatine