Kautschuk.
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den Saft nur auf dicke Tonplatten, welche die wässerigen Anteile aufsaugen,oder überläßt ihn endlich in flachen Gefäßen dem freiwilligen Austrocknen(Speckgummi). An anderen Orten setzt man den Milchsaft, mit "Wasserverdünnt oder im unverdünnten Zustande, der Einwirkung der Luft aus,sammelt das allmählich als Kahm sich abscheidende Kautschuk und trocknetletzteres nach dem Abpressen bei gewöhnlicher Temperatur. Die Abscheidungdes Kautschuks aus dem Milchsaft kann durch Aufkochen oder durch Zusatzvon Alaun, Kochsalz oder wenig Alkohol noch beschleunigt werden.
Ob das Kautschuk in dem Milchsaft der kautschukliefernden Pflanzenbereits in der Form enthalten ist, wie dasselbe als technisches Kautschukverwendet wird, ist zweifelhaft. Harries konnte aus dem frischen Milch-saft (Latex) sizilianischer Ficusarten durch Ausschütteln mit Äther undTerdunsten des Lösungsmittels einen hellgelben Sirup isolieren, welcher beider Aufbewahrung zum Teil kristallisierte. Durch Behandlung mit Alkoholließ sich dieses Produkt trennen in eine weiße, plastische, in Alkohol unlös-liche Masse: (C^H 16 ) 11 , und in eine kristallisierbare, in Alkohol löslicheVerbindung. Die Löslichkeit der plastischen Masse in Äther vermindertesich merklich, je mehr sie von der sauerstoffhaltigen Beimengung befreitwurde. N 2 0 3 verwandelte dieselbe in ein Nitrosit: (C l0 H 15 N 1 'O 7 ) 1! i welchesmit dem aus Para- Kautschuk dargestellten (s. unten) in den Eigenschaftenübereinstimmte.
Das Kautschuk kommt somit in dem Milchsafte jener Eicusarten in einerForm vor, die sich zunächst in den Löslichkeitsverhältnissen von dem tech-nischen Kautschuk unterscheidet. Die allmähliche Veränderung der Löslich-keitsverhältnisse dürfte auf ein durch Polymerisation bedingtes Ansteigender Molekulargröße zurückzuführen sein.
Die sauerstoffhaltige Verbindung des Milchsaftes von Ficus magnoolo'idesbildet weiße, bei 115° schmelzende Blätter: (C'°H 16 0) a ; die entsprechende Ver-bindung aus Ficus elasiica: (C 10 H l6 O) 2 , schmilzt bei 195° (Harries).
Handelssorten des Kautschuks. Die beste und teuerste Sorte desKautschuks ist das Para-Kautschuk, welches • aus den nordöstlichenProvinzen Brasiliens, besonders aus Para, in verschiedenen Formen aus-geführt wird: in birnförmigen oder kugeligen Flaschen, in runden Scheiben,in 5 bis 8 cm dicken Tafeln (Speckgummi). Para-Kautschuk bildet die Haupt-menge des importierten Kautschuks. Von den Nebenflüssen des Amazonen-stromes stammt das harte Upriverkautschuk, aus der Provinz Ceara dasCeara-Kautschuk. Carthagena-Kautschuk stammt aus Neu-Granadaund kommt in schweren Klumpen oder dicken, schwarz gefärbten, bisweilenetwas klebrigen Platten in den Handel. Dem Carthagena-Kautschuk gleichtin der Form das San Salvador-Kautschuk. Als westindisches Kaut-schuk kommt das beste, in Zentralamerika, besonders Yukatan, produzierteKautschuk in Blöcken und Platten in den Handel. Die schlechteste deramerikanischen Kautschuksorten ist das Guatemala - Kautschuk. DasGuayaquil-Kautschuk, in Ecuador gewonnen, zeigt in den besserenSorten eine grauweiße Farbe, die schlechteren Sorten sind häufig porös undmit übelriechender, schwarzer Flüssigkeit durchsetzt.
Das ostindische Kautschuk (Assam-, Borneo-, Singapore-, Bangoon-Kautschuk) ist weniger geschätzt als das Para-Kautschuk. Dasselbe kommtin unregelmäßigen, aus hellen und dunklen Sorten zusammengeknetetenBlöcken, die häufig Wasser und fremde Stoffe enthalten, im Handel vor. Einsehr wertvolles Kautschuk liefert Ceylon.
Von den afrikanischen Kautschuksorten, welche in der neuerenZeit in großem Umfange importiert werden, ist besonders die von Madagaskar
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