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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Kautschuk.

braune, geruch - und geschmacklose, harzige Masse, welche unlöslich insiedendem Wasser, löslich in heißem Alkohol ist. Die heiße, alkoholischeLösung scheidet heim Erkalten ein orangegelhes Pulver ab, während einorangerot gefärbtes Weichharz in Lösung bleibt. Letzteres löst sich in Kali-lauge und in Sodalösung mit blau-violetter Farbe. Die aus diesem Harz iso-lierten amorphen Stoffe, welche als «- und /9-Ardisiol, sowie als Oxy-ardisiol bezeichnet werden, sind bisher wenig charakterisiert. Es scheintsich dabei um Anthrachinonabkömmlinge zu handeln (Greshoff, Sack).

H. Kautschuk und Guttapercha.

Kautschuk.

Federharz, Gummi elasticum.

Geschichtliches. Das Kautschuk wurde zuerst i. J. 1736 von De laCondamine als der eingetrocknete Milchsaft eines in Brasilien heimischenBaumes nach Europa gebracht. Später wurden von Fresneau, FusetAublet, J. Howison, Roxburgh u. a. kautschukliefernde Pflanzen auchin anderen Ländern entdeckt. 1770 empfahl Pristley das Kautschuk zumAuslöschen von Bleistiftstrichen. Die eigentliche Kautschukindustrie ent-faltete sich erst, als man nach den Beobachtungen von Lüdersdorf (1832),Haywart, Goodyear (1839), Hancock (1842) und Parkes (1846) lernte,dem Kautschuk durch Vulkanisieren die Klebrigkeit und die Veränderlich-keit der Elastizität zu benehmen.

Obschon das Kautschuk sich in dem Milchsaft vieler Pflanzen vorfindet,so gibt es doch nur wenige, in denen es in solcher Menge vorkommt, daßdasselbe mit ersprießlichem Erfolg daraus gewonnen werden könnte. Fol-gende baumartige Pflanzen dienen gegenwärtig besonders zur Gewinnung desKautschuks: Siphonia elastica, S. brasiliensis und andere EuphorbiaceenBrasiliens, Guyanas und Zentralamerikas; Urceola elastica (Ostindien), Valiengummifera (Madagaskar); Iiancornia speciosa (Südbrasilien), Wilhighleia edulis(Ostindien); Kixia elastica, Mascarenhasia elastica, Landolphia owariense(Afrika) und andere Apocyneen; Ficus elastica, Fiats indica (Ostindien),Castüloa elastica und andere Pflanzen der Familie der Artocarpeen. Diein Deutschland einheimischen, Milchsaft enthaltenden Pflanzen enthalten nurgei-inge Mengen von Kautschuk, z. B. Sonchus oleraceus 0,25 Proz.

Das Kautschuk wird zurzeit vorwiegend nur von wildwachsendenPflanzen gewonnen, jedoch hat in der Neuzeit der stetig wachsende Kon-sum die Kultur von kautschukliefernden Pflanzen veranlaßt. Besonderssollen kautschukliefernde Euphorbiaceen (Hevea, Manihot) hierzu geeignetsein. Solche Kulturen finden sich auf Ceylon, in Assam und Malakka, inDeutsch-Ost- und Westafrika, in Kamerun, im Kongogebiet, auf Samoa undNeuguinea, in Niederländisch Indien usw.

Zur Gewinnung des Kautschuks wird der durch Verwundung dergenannten und noch vieler anderer Bäume und Schlinggewächse ausfließendeweiße Milchsaft, in welchem sich das Kautschuk in emulsionsartiger Vertei-lung (bis zu 30 Proz.) befindet, auf sehr verschiedene Weise behandelt. InBrasilien wird der Milchsaft entweder schichtenweise auf tönerne Flaschen,Töpfe oder ähnliche Gefäße oder auf Holzspaten, die mit einer Tonschichtbedeckt sind, aufgestrichen und alsdann am Feuer getrocknet, oder man gießt