Druckschrift 
2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
Entstehung
Seite
1402
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1402

Ledurncampher, Harze.

Links-Borneol: C 10 H 18 O, stimmt in seinen Eigenschaften bis auf dasDrehungsvermögen (letzteres kommt ihm im gleichen Maße, jedoch im ent-gegengesetzten Sinne zu) mit dem Bechts-Borneocampher überein. Aus Links-Borneol besteht der Ngai-Campher, welcher aus der in China heimischenBlumea halsamifera gewonnen wird. Letzterem Campher sehr ähnlich, viel-leicht sogar damit identisch, ist der ebenfalls linksdrehende Krappcampher,welcher im Euselöl des durch Gärung des Krappwurzelzuckers erhaltenenÄthylalkohols enthalten ist. Links-Borneol findet sich ferner, sowohl frei,als auch in Gestalt von zusammengesetzten Athern, im Baldrianöl, Kesso-wurzelöl, Citronellöl, Mutterkrautöl und in vielen Fichtennadelölen, besondersin dem von Pinus nigra (Bertram, Walbaum, Kremers u. a.). Die links-drehenden Isomeren des Borneocamphers liefern bei der Einwirkung vonSalpetersäure linksdrehenden Campher der Formel C 10 H 16 O.

Inaktives Borneol (d-, 1-Borneol): [C 10 H 18 0] ä , entsteht durch Ver-mischen gleicher Teile Kechts- und Links-Borneol in alkoholischer Lösung,sowie durch Keduktion von inaktivem Laurineencampher. Dasselbe ent-spricht, bis auf das fehlende Drehungsvermögen, in seinen Eigenschaften deingewöhnlichen Borneol. Schmelzp. 210,5".

Leduilicampher: C l5 H M 0, ist in dem ätherischen Öl von Ledxtmpulustre enthalten. Er bildet farblose, prismatische, bei 104 bis 105° schmel-zende Kristalle, deren Lösung in konzentrierter Schwefelsäure' durch einenTropfen Salpetersäure violett gefärbt wird. Beim Erhitzen mit Essigsäure-anhydrid auf 150 0 entsteht ein bei 264° siedendes Sesquiterpen: C l5 H* 4 . DerLedumcampher soll giftig wirken (Bizza, Hjelt).

F. Harze.

Mit dem NamenHarze, Resinae" bezeichnet man eine Gruppewenig charakterisierter und infolgedessen in chemischer Beziehung auchwenig bekannter Stoffe, welche als Ausscheidungsprodukte (Sekrete)besonders im Pflanzenreich, meist in Begleitung von ätherischen Ölen,vorkommen. Ein Teil der Harze scheint in naher Beziehung zu denTerpenen zu stehen, da letztere, wie bereits S. 1283 erörtert wurde, ander Luft insofern eine Veränderung erleiden, als sie infolge einer Auf-nahme von Sauerstoff sich allmählich verdicken und schließlich in Stoffevon dem Charakter der Harze übergehen, andererseits die ätherischenÖle in der lebenden Pflanze, wenigstens zum Teil, aus den Harzenhervorgehen. Trotz dieser anscheinend nahen Beziehungen, welchezwischen Harzen und ätherischen Ölen obwalten, ist es bisher nichtgelungen, eines der natürlich vorkommenden Pflanzenharze durchOxydation der betreffenden ätherischen Öle zu erhalten, oder umgekehrtein Harz durch Reduktion wieder in ein ätherisches Öl zu verwandeln.In manchen Fällen sind die Harze nicht als physiologische Ausschei-dungsprodukte des normalen pflanzlichen Stoffwechsels, sondern nur alspathologische Umwandlungsprodukte von Pflanzenbestandteilen zu be-trachten, deren Entstehung auf äußere Einflüsse, zum Teil auch auf