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Camphersäure.
lang mit einer äquivalenten Menge Essigsäureanhydrid und einem KörnchenChlorzink gekocht wird. Durch mehrstündiges Erhitzen mit der drei- hisvierfachen Menge H 2 S0 4 im Wasserbade geht die Camphersäure, unter C0-Entwickelung, in Sulf ocamphylsäure : C"H 12 (S0 3 H)CO . OH -f 3 H 2 0,über, welche in leicht löslichen, hei 165° schmelzenden, sechsseitigen Prismenkristallisiert. Die Lösungen der Camphersäure lenken den polarisierten Licht-strahl nach rechts ab. Die Camphersäure ist zweibasisch; von ihren Salzen,den Camphoraten, sind die der Alkalimetalle, des Calciums, Baryums undMagnesiums, in Wasser leicht löslich und kristallisierbar. Das Calcium-camphorat zerfällt bei der trockenen Destillation in Calciumcarbonat undCampherphoron: 0 9 H I4 0 (Camphoron), eine bei 200° siedende, pfeffer-minzartig riechende Flüssigkeit von ketonartigem Charakter, welche isomermit dem Phoron aus Aceton (s. S. 372) ist:
C 8 H 14 (CO.O) 2 Ca = CaCO 3 + C°H 14 : CO.
Bei der Oxydation mit KMnO 4 liefert das Carnpherpboron cc-Methyl-glutarsäure (s. S. 531). Schmelzendes Kalihydrat führt die Camphersäurein Normal-Pimelinsäure (s. S. 532) über.
Über die Konstitution und die Synthese der Camphersäure s. S. 1388.
Links"-Camphersäure. Eine mit der Bechts - Camphersäure imSchmelzpunkt, in der Kristallform, in der Löslichkeit und in den chemischenEigenschaften übereinstimmende, jedoch linksdrehende Camphersäure wirddurch Einwirkung von Salpetersäure auf Links - Borneol und auf Links-Campher von Pyrethrum PartUenium erhalten. Optisch inaktive Campher-säure, Para-Camphersäure, vom Schmelzp. 202 bis 203° resultiert beimAbdampfen gleicher Mengen von Rechts- und Links-Camphersäure, sowie beider Oxydation von optisch inaktivem, synthetischem Campher bzw. vonLaven deleanrpher.
Eine zweite optisch inaktive Camphersäure, Meso-Camphersäure,entsteht beim Erhitzen von Rechts- und Links-Camphersäure mit Jod- oderChlorwasserstoffsäure, sowie mit Wasser auf 180 bis 220°, oder besser mitder dreifachen Menge Eisessig und Salzsäure von 25 Proz. 4 bis 5 Stundenauf 170 bis 180° (neben Para-Camphersäure). Dieselbe findet sich auch inder Mutterlauge von der Darstellung der gewöhnlichen Camphersäure. Un-deutliche, bei 113° schmelzende Kristalle, die beim längeren Kochen mit ver-dünnter Salzsäure in Para-Camphersäure übergehen.
Die als „Meso-Camphersäure" bezeichneten Produkte sind nurGemische, da die aus Rechts-Camphersäure erhaltene Meso Camphersäure sichdurch fraktionierte Kristallisation in Rechts-Camphersäure und Links-Iso-camphersäure: C 10 H 18 O 4 , welche bei 171 bis 172° schmilzt, die aus Links-Camphersäure erhaltene Meso - Camphersäure in Links - Camphersäure undRechts-Isocamphersäure: C 10 H' 6 O 4 , welche ebenfalls bei 171 bis 172"schmilzt, zerlegen läßt. Die gleiche Zerlegung erfolgt auch durch Einwir-kung von Acetylchlorid auf Meso-Camphersäure bei gewöhnlicher Temperatur,wodurch Rechts- und Links-Camphersäure in Anhydride übergehen, Rechts-und Links-Isocamphersäure dagegen nicht verändert werden und sich demReaktionsprodukt daher durch Sodalösung entziehen lassen.
Rechts- und Links-Isocamphersäure vereinigen sich zu inaktiver Iso-camphersäure: C l0 H 16 O 4 , welche bei 191° schmilzt. Camphersäure undIsocamphersäure stehen zueinander in derselben Beziehung wie Maleinsäureund Fumarsäure (a. S. 61).
Prüfung. Die Beinheit der arzneilich angewendeten Camphersäureergibt sich durch das Äußere, den Schmelzpunkt, das Fehlen jedes Geruches