Druckschrift 
2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
Entstehung
Seite
1251
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Chrysazin, Chrysaminsäure, Purpurin.

1251

C 14 H s (NH 8 ) 4 (OH) 8 (O 8 , überführt und letzteres dann durch Einwirkung- vonsalpetriger Säure und Kochen mit Alkohol in Chrysazin verwandelt. DasChrysazin entsteht ferner heim Schmelzen von y-Anthrachinondisulfosäuremit Kalihydrat. Es kristallisiert in braunroten, hei 191 bis 192° schmelzendenNadeln.

Die Chrysaminsäure: C l4 H 8 (N0 8 )'(OH) 8 (O 8 , entsteht hei längeremErhitzen von Aloin oder von Alo'd soeotrina oder hesser A. hepatica mit Sal-petersäure (neben Aloetinsäure: C 14 H 4 (N0 8 ) 4 {O 8 [s. S. 1247], und Pikrinsäure).Zur Darstellung der Chrysaminsäure übergießt man 1 Tl. Aloe hepatica ineiner Betörte mit 8 Tln. Salpetersäure von 1,36 spez. Gew., erwärmt gelindebis zur Entwickelung roter Dämpfe und entfernt dann die Wärmequelle.Nachdem die Einwirkung nachgelassen, destilliert man die Salpetersäure abund fügt zu dem Bückstande 3 bis 4 Tle. Salpetersäure von 1,36 spez. Gew.,die von neuem langsam abdestilliert werden. Der Bückstand wird alsdannmit Wasser gefällt und die ausgeschiedene grüngelbe Masse mit Wasser solange gewaschen, bis letzteres nicht mehr gelb, sondern schwach roßenrotabläuft. Der Eückstand wird dann mit Kaliumcarbonat neutralisiert odermit überschüssiger Kaliumacetatlösung versetzt, die Mischung gekocht undfiltriert. Das beim Erkalten sich ausscheidende, sehr schwer lösliche chrysamin-säure Kalium ist hierauf zu sammeln, mit Wasser bis zur auftretenden hell-roten Fäi-bung des Abfließenden (A.) zu waschen und schließlich mit Sal-petersäure zu zerlegen (Schunck, Finckh). Die Chi-ysaminsäure kristalli-siert in goldgelben, in Wasser sehr wenig löslichen Blättchen. In Alkoholund in Äther ist die Chrysaminsäure leichter löslich. Sie verhält sich wieeine starke, zweibasische Säure. Ihre Salze sind grün oder carminrot gefärbtund zeigen metallischen Beflex. Dieselben verpuffen, ebenso wie die Säureselbst, beim Erhitzen.

Als weitere Isomere des Alizarins sind zu betrachten die 2, 6-Anthra-flavinsäure und die 2, 7-Isoanthraflavinsäure, welche beide oberhalb330° schmelzen und sich in kleiner Menge im künstlichen Bohalizarin finden,sowie das 1, 5 - Anthraruf in (Schmelzp. 280°) und das 1, 7-Metabenz-hioxyanthrachinon (Schmelzp. 292°), die beim Erhitzen von Metaoxy-benzoesäure mit konzentrierter Schwefelsäure auf 160 bis 200° gebildetwerden.

Trioxyanthrachhione: C l4 H 5 (OH) a {0 2 , werden aus den Dioxyanthra-chinonen durch Oxydation, sowie durch längeres Schmelzen mit Kalihydratgebildet. Sie entstehen ferner bei längerem Schmelzen der Anthrachinon-disulfosäuren mit Kalihydrat.

Purpurin: C 14 H 5 (OH) 3 (O 8 + H 8 0 (1,2,4), findet sich neben Alizarinin alter Krappwurzel. Es bildet sich als Nebenprodukt bei der künstlichenDarstellung von Alizarin (s. oben), sowie bei der Oxydation von Alizarinmittels Braunstein und Schwefelsäure. Das Purpurin kristallisiert in rot-gelben, sublimierbaren Nadeln, die sich in heißem Wasser, Alaunlösung(Unterschied von Alizarin), Alkohol, Äther und Ätzalkalien mit roter Farbelösen. Kalk- und Barytwasser geben in diesen Lösungen purpurrote Nieder-schläge. Wird die Lösung des Purpurins in Kalilauge längere Zeit demLicht ausgesetzt, so tritt unter Bildung von Orthophtalsäure Entfärbung ein.Es schmilzt bei 253". Gebeizte Zeuge werden durch Purpurin ähnlich gefärbtwie durch Alizarin. Eine Purpurincarbonsäure: C l4 H 4 (OH) a {0 8 . CO. OH,Pseudopurpurin, findet sich im Krapp (Bosenstiehl) und in der Wurzelvon Ruoia sikkimensis und R. cordifolia (Perkin). Leicht zersetzbar in CO 8und Purpurin.

79*

I

1