Anthracen.
1245
bildet sich beim Leiten von Äthylnaphtalin: C l0 H 7 .C s H 5 , oder von einemGemenge aus Benzol und Äthylendampf durch glühende Bohren. Es kri-stallisiert in farblosen, bei 95° schmelzenden Nadeln. Bei der Oxydationliefert es 1, 8-Naphtalsäure: C'H^CO . OH) 1 , feine Nadelu, die bei 140
[ C 0bis 150°, ohne zu schmelzen, in Naphtalsäureauhydrid: C'H 6 CQ >0, über-gehen; letzteres schmilzt bei 266°. Über schwach glühendes Bleioxyd ge-leitet, geht das Acenaphten in Acenaphty len: O lo H' i : CH", über, welchesin gelblich weißen, bei 92 bis 93° schmelzenden, schon bei gewöhnlicherTemperatur suhlimierenden Tafeln kristallisiert.
■
c) Verbindungen der Anthracen- und Phenanthrengruppe.
Die Verbindungen dieser Gruppe leiten sich von den beiden isomeren,im Steinkohlenteer enthaltenen Kohlenwasserstoffen C 14 H 10 , dem Anthracenund dem Phenanthren, ab. Aus ihrem Verhalten und ihren Bildungs-weisen geht mit großer Wahrscheinlichkeit hervor, daß auch diese Kohlen-wasserstoffe, ähnlich -wie das Kaphtalin, in naher Beziehung zum Benzolstehen und ihre Konstitution durch nachstehende Formeln auszudrücken ist:
(8)«'" y(9) «(1)CH CH CH
C 6 H"
/? H \
\ch/
CH 4 oder
(7)(5'"HC,
An/NnA,
CH/3 (2)
(6)/!" HC^yj^Ö^j'CHAS)
CH CH CH(5)«" y'(10) «'(4)
C 6 H'-CH
I II
C°H 4 -CH
oder
Anthracen
(6)
(5)
(*)
(3)
HC
CH
HC
_CH
»HC/"
>"
x:
")CH(2)
HC
o.
c
CH
(8)
\=
=/
(1)
HC
CH
'henanth
(9)ren.
(10)
Beide Kohlenwasserstoffe enthalten somit je zwei Benzolkerne, die jedurch die Gruppe C 2 H ! zusammengehalten werden. Während jedoch imAnthracen die Verbindung der beiden Benzol reste C'H 4 nur durch >CH—CH<geschieht, sind dieselben im Phenanthren mit einer Affinitätseinheit direktmiteinander verbunden und außerdem noch durch —CH=CH— zusammen-gehalten.
Anthracen: C 14 H 1 °.
Das Anthracen findet sich in den von 310 bis 360° übergehenden An-teilen des Steinkohlenteers (Dumas, Laurent), sowie im Stuppfett von Idria(Goldschmiedt). Künstlich wird es gewonnen durch Erhitzen von Benzyl-ehlorid mit A1C1 3 (Perkin), oder mit Wasser (Limpricht) auf 190° (nebenDibenzyl); beim Leiten von Benzyltoluol durch ein glühendes Bohr oderüber erhitztes Bleioxyd (Behr, Dorp); beim Erhitzen von Phenyltolylketon:C 6 H S —CO—C 7 H 7 , mit Zinkstaub (Elbs); bei der Einwirkung von A1C1 3 aufein Gemisch von Benzol mit Methylenchlorid (Friedel, Crafts) oder mitAcetylendibromid oder mit Acetylentetrabromid (Anschütz), sowie bei derEinwirkung der Glühhitze auf viele organische Verbindungen.
II