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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Isatin, Dioxindol, Oxindol.

Zur Darstellung des Isatins werden 100 g fein gepulverten, besten In-digos in einem Mörser mit 200 g siedenden Wassers zu einem dünnen Breiverrieben und mit weiteren 50 g Wasser in einen Kolben von 3 bis 4 LiterInhalt gespült. Hierauf kocht man die Mischung auf und fügt in kleinenPortionen 85 g Salpetersäure von 1,35 spez. Gew. zu. Nach jedesmaligemZusatz schüttelt man um, läßt die eintretende Reaktion vorübergehen underwärmt dann wieder gelinde. Ist die ganze Menge der Salpetersäure ein-getragen, was etwa 20 Minuten beansprucht, so läßt man noch zwei Minutenlang kochen, gibt dann 2 Liter siedendes Wasser zu, um das gebildeteIsatin vollständig zu lösen, und nitriert siedend heiß. Aus dem Filtratscheidet sich anfangs öliges, aber nach einiger Zeit kristallinisch erstarrendesIsatin aus. Das so gewonnene rohe Isatin wird durch Auflösen in Kali-lauge, fraktioniertes Fällen mit Salzsäur<> und Umkristallisieren des schließ-lich resultierenden gelbroten Niederschiaus aus Alkohol gereinigt (Knop,Hof mann).

Das Isatin kristallisiert in gelbroten, glänzenden Prismen, die sich inheißem Wasser und in Alkohol mit rotbrauner, in Ätzalkalien mit violetterFarbe lösen. Beim Erhitzen schmilzt, es gegen 197 bis 198" und sublimiertzum Teil ohne Zersetzung. Kocht man die violette Isatinkaliumlösung, sofärbt sie sich gelb; sie enthält alsdann das Kaliumsalz der Isatinsäuve:CH'NO 3 (Trioxindol, Amidophenylglyoxalsäure, s. oben). Die Isa-tinsäure ist sehr wenig beständig; bei der Abscheidung aus ihren Salzenzerfällt sie in ihr Anhydrid, das Isatin, und Wasser. Das Isatin verbindetsich mit sauren Alkalisulfiten, mit Hydroxylamin und mit Phenylhydrazinzu kristallisierenden Verbindungen. Seine Lösung in konzentrierter Schwefel-säure gibt mit Thiophen oder thiophenhaltigem Benzol (s. S. 113 und 1030)eine tief blaue Lösung, aus der Wasser einen blauen Farbstoff, das Indo-phenin: C 12 H 7 NOS, abscheidet. Chromsäure oxydiert das Isatin zu Isato-

CO .0Säureanhydrid: CH <C ' . 'lern Anhydrid der frei nicht bekannten

O O O TT *

Isatosäure: CH'-cC^ttt'~V,, welches gegen 240" unter Zersetzung schmilzt,

Salpetersäure erzeugt Nitrosalicylsäure (s. S. 1171). Durch Reduktionsmittelwird das Isatin, je nach den obwaltenden Bedingungen, in Isatid: C'H'^N 0\Dioxindol: CH'NO 2 , Oxindol: C"H 7 NO, und Indol: CH'N, verwandelt.

Das Isatid: C 16 H 1,! N*0\ welches zum Isatin in ähnlicher Beziehungsteht wie das Indigweiß zum Indigblau, entsteht als ein weißes, kristalli-nisches Pulver bei der Behandlung von Isatin mit Schwefelammoniumlösungoder mit Zink und Salzsäure.

Dioxindol: CH'NO 2 (Hydrindinsäure), ist das Anhydrid der imfreien Zustande unbeständigen Ortho-Amidomandelsäure. Es entsteht durchKochen von Isatin mit Wasser, Zinkstaub und wenig Salzsäure oder mitZinkstaub und Essigsäure, sowie durch Reduktion von Isatin mittels Na-triumamalgam, und Zerlegen des zunächst entstehenden Dioxindolnatriums:CH 6 NaN0 2 , mit Salzsäure. Es bildet gelbliche, durchsichtige, bei 180°schmelzende Kristalle, die sich ziemlich leicht in Wasser und in Alkohollösen. Die wässerige Lösung oxydiert sich an der Luft unter Rotfärbungzu Isatin.

Oxindol: CH 7 NO, ist das Anhydrid der Amidophenylessigsäure (1,2),aus der es durch freiwillige Wasserabspaltung leicht gebildet wird (s. oben).Es bildet sich bei der Reduktion des Dioxindols mittels Zinn- und Salzsäureoder mittels Natriumamalgam in saurer Lösung. Es kristallisiert in langen,