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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Salicylaldehyd.

Phenole Phenolaldehyde (s. S. 1125 und 1064). Gegen oxy-dierend wirkende Agenzien zeigen diese Oxyaldehyde eine größere Be-ständigkeit als die Aldehyde selbst.

Die Oxyaldehyde werden künstlich dargestellt durch Einwirkung vonChloroform und konzentrierter Kali-oder Natronlauge auf Phenole (Keimer,Tiemann), z. B.:

C'ff.OH + CHC1 3 + 4KOH = C il H 4 [°g. 0 + 3KC1 + 3H 2 0

Phenol Kaliumoxybenzaldehyd.

Aus den zunächst gebildeten Alkaliverbindungen können die Aldehydeleicht durch Ansäuern mit Salzsäure und Ausschütteln mit Äther abgeschiedenwerden.

Auch durch Einwirkung von Chlorwasserstoffgas auf eine mit wasser-freier Blausäure versetzte Lösung der Phenole in Äther oder Benzol, beiGegenwart von Chlorzink oder Aluminiumchlorid, werden Oxyaldehyde sehrglatt gebildet (Gattermann), z.B.:

C 6 H 5 .OH -f CNH + HCl + H ! 0 = C 6 H 4 {°^. 0 -f- NH"C1

Phenol Para-Oxybenzaldehyd.

Ortho-Oxybenzaldehyd: C«H*

(OH

(1,2).

JCH:0

Syn.: Acidum salicylosum, Salicylsäurealdehyd, Salicylaldehyd,salicylige Säure.

Der Salicylaldehyd findet sich in den Blüten, den Blättern und demWurzelstock von Spiraea ulmaria und von anderen krautartigen Spiräaarten(Pagenstecher, Low ig). Spiraea ulmifolia, Sp. opulifolia, Sp. acutifoliaund Sp. laevigata enthalten nach Wicke keinen Salicylaldehyd. Dagegenkommt Salicylaldehyd ferner vor in der Wurzel und dem Stengel von Crepisfoetida (Wicke), in dem Kraut von Monotropa hypopitys (Winkler), in denfrischen Stengeln von Paeonia officinalis (Jorissen), sowie in den auf Weidenund Pappeln lebenden Larven von Chrysomela populi (Liebig, Enz). Erwird gebildet bei der Oxydation von Saligenin (g. S. 1124), Populin undSalicin, sowie neben Para-Oxybenzaldehyd bei der Einwirkung von Chloro-form und Kalilauge auf Phenol (s. oben). Auch die Salicylsäure läßt sichdurch elektrolytische Reduktion, namentlich bei Gegenwart von Borsäure, inSalicylaldehyd (30 bis 50 Proz.) verwandeln.

Um Salicylaldehyd darzustellen, unterwirft man ein Gemisch aus 3 Tln.Salicin, 3 Tln. K s Cr 2 0 7 , 36 Tln. Wasser und "4% Tln. ffSO" der Destillationund sammelt das mit den Wasserdämpfen übergehende Öl(Piria). An Stellevon reinem Salicin kann auch wässeriges Weidenrindenextrakt, ExtractumSalicis, Verwendung finden.

Am leichtesten wird der Salicylaldehyd nach Beim er in folgenderWeise dargestellt: Zu einer auf 50 bis 60° erwärmten, in einem mit Bück-flußkühler versehenen Kolben befindlichen Lösung von 20 Tln. Natronhydratund 10 Tln. Phenol in 30 bis 35 Tln. Wasser läßt man allmählich 15 Tle.Chloroform unter fortwährendem Schütteln fließen. Ist die erste Einwirkung,welche durch Abkühlung zu mäßigen ist, vorüber, so führt man die Ein-wirkung durch halbstündiges Kochen zu Ende, destilliert dann das unzer-setzte Chloroform ab und fügt schließlich Salzsäure bis zur stark saurenReaktion zu. Der gebildete, als Öl abgeschiedene Salicylaldehyd wird hierauf