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Allylsenföl.
Das mit Senföl gesättigte, von dem abgeschiedenen Ol getrennte wässe-rige Destillat kann entweder als Wasser für die nächste Darstellung ver-wendet werden, oder man scheidet durch Zusatz von Kochsalz das darin• gelöste Öl aus und vereinigt letzteres mit den freiwillig ausgeschiedenenAnteilen.
Die Bedingungen, unter denen eine vollständige Spaltung des in demSenfsamen enthaltenen myronsauren Kaliums eintritt, sind ähnlich denjenigen,welche die Bildung von Benzaldehyd-Cyanwasserstoff aus bitteren Mandeln(s. S. 788) ermöglichen.
Kupferne, im Innern nicht verzinnte Destillierblasen sind zur Destil-lation von Senföl nicht anwendbar, da das Senföl durch die Berührung mitmetallischem Kupfer eine teilweise Zersetzung erleidet:
CSN.CH 5 4- Cu = CuS -+- CH'.CNAllylsenföl Cyanallyl.
Auch bei der Darstellung in verzinnten Destillierblasen erleidet bis-weilen ein kleiner Teil des Allylsenföls eine Zersetzung, indem Schwefel ab-geschieden und Cyanallyl, sowie etwas Schwefelkohlenstoff 1 ) gebildet wird.Letztere beiden Stoffe sind daher nicht nur in dem Eohsenföl vorhanden,sondern scheinen sich sogar auch in dem käuflichen, rektifizierten Senfölmeist in geringer Menge zu finden, wenigstens enthält letzteres stets etwasSchwefelkohlenstoff (0,3 bis 0,5 Proz.).
b) Künstliches, aus Jodallyl. Um Senföl auf synthetischem Wegedarzustellen, erhitze man in einem mit Eückflußkühler versehenen Kolben10 Tle. fein gepulverten, reinen Khodankaliums mit 10 Tln. Alkohol und17 Tln. reinen Jodallyls (s. S. 746) so lange im Wasserbade, bis keine Ver-mehrung des sich ausscheidenden Jodkaliums mehr stattfindet:
C 3 H 5 J -f CN.SK = CSN.C 3 H 5 + KJ »
Jodallyl Khodankalium Allylsenföl Jodkalium.(168) (97) (99)
Ist die Einwirkung beendet, so verdünne man den Kolbeninhalt mitWasser, sammle das abgeschiedene Senföl, entwässere es mit wasserfreiemChlorcalcium, unterwerfe es schließlich der Eektifikation und fange dabeinur die zwischen 148 und 152° konstant siedenden Anteile auf.
Findet die Einwirkung von Jodallyl auf Ehodankalium nur in der Kältestatt, so entsteht das dem Allylsenföl isomere Ehodanallyl: CN.SC 3 !! 5(s. S. 832), welches jedoch schon beim Erwärmen im Wasserbade, abweichendvon den übrigen Ehodanäthern, allmählich in Allylsenföl übergeht.
Zur künstlichen Darstellung des Allylsenföls dienen auch die Salze derAllylschwef elsäure, welche bei der trockenen Destillation mit einer äqui-valenten Menge Ehodankaliums ebenfalls Senföl liefern, z. B.:
CH'.KSO 4 + CN.SK = C 3 H\NCS + K*S0 4Allylschwefels. Kalium Ehodankalium Allylsenföl Kaliumsulfat.
Die Allylschwefelsättre wird gebildet beim vorsichtigen, von sorgfältigerAbkühlung begleiteten Mischen gleicher Volume Allylalkohols und konzen-trierter Schwefelsäure.
') Worauf die Bildung kleiner Mengen Schwefelkohlenstoffs aus Allylsenfölunter obigen Bedingungen beruht, ist noch nicht mit Sicherheit ermittelt. Vermutlichist sie die Folge einer tiefer greifenden Zersetzung des Allylsenföls unter dem Ein-flüsse des Wassers:
2C 3 H 5 .NH S -f- CO ! -f CS"Allylamin.
2CSN.C 3 H 5 -(- 2H 2 0Senföl