836
d-Butyl-, AUylsenföl.
Der Löfielkrautspiritus bildet eine klare, farblose, schwach rechtsdrehendeFlüssigkeit von eigenartigem, erfrischendem Geruch. Spez. Gi w. 0,908 bis 0,918.
Prüfung. Zur Ermittelung des Gehaltes an d-Butylsenföl bringe man50 g Spiritus cochleariae in einen 100 ccm-Kolben, füge lOccm '/ 10 -Normal-Silbernitratlösung und 5 ccm Ammoniakflüssigkeit von 10 Proz. zu und er-hitze die Mischung nach Einpassen eines 1 m langen Steigrohres 1 Stundelang auf dem Wasserbade. Nach dem Erkalten, Auffüllen zur Marke undAbsetzenlassen des gebildeten Schwefelsilbers filtriere man durch ein trockenesFilter in ein trockenes Gefäß, messe hierauf 50 ccm des klaren Filtrats ab,füge 4 ccm Salpetersäure von 25 Proz. zu und titriere schließlich die Mengedes unzersetzt gebliebenen Silbernitrats mit y ia -Normal-Bhodanainnionium-lösung, unter Anwendung von 1 ccm Eisenalaunlösung als Indikator zurück(s. I. anorg. Tl., S. 1100).
Nach der Gleichung:CSN.C 4 H 9 -f-3NH 3 + 2AgN0 3 = Ag 2 S + NC—NH . C 4 H 9 + 2 N H". NO 3Butylsenföl Butylcyanamid
(115) (340)
entsprechen 340g AgNO 3 115 g Butylsenföl; 1 ccm y, 0 -Normal-Silbernitrat-lösung (= 0,0170g AgNO 3 ) entspricht somit 0,00575g Butylsenföl.
Angenommen, es seien zur Eücktitration des Silberüberschusses nachobigen Angaben 2,5 ccm '/ 10 - Normal - Ehodanammoniumlösung gebrauchtworden, so würde sich der Gehalt an Butylsenföl in jenen 50 ccm Filtrat= 25 g Spiritus cochleariae, da 1 ccm y i(l -Normal-Bhodanammoniumlösung1 ccm Yio-Normal-Silbernitratlösung entspricht, als 2,5 X 0,00575 = 0,014375 g,oder als 0,0575 Proz. ergeben.
Guter Löffelkrautspiritus zeige einen Minimalgehalt von 0,0575 Proz.Butylsenföl. Da sich das Butylsenföl in verdünnter Lösung leicht zersetzt,so werde der Löffelkrautspiritus nicht über ein Jahr in kleinen, vollständiggefüllten Flaschen gut verschlossen aufbewahrt. Alter Löffelkrautspiritusgibt eine starke Schwefelsäureaktion.
Zur Identifiz ierungdesd-Butylsenföls (Unterscheidung von Kunst-produkten) erwärme man 50 g Löffelkrautspiritus mit, 5 ccm Ammoniakflüssig-keit von 10 Proz. in einem mit Steigrohr versehenen Kolben einige Stundenauf dem Wasserbade, dampfe alsdann zur Troekne ein, nehme den Bück-stand mit wenig Alkohol auf und lasse die filtrierte Lösung auf einem Uhr-glase freiwillig verdunsten. Die reinsten Kristalle des hierbei ausgeschiedenend-Butylthioharnstoffs zeigen nach dem Trocknen im ExsikUator einen Schmelz-punkt von 125 bis 135° (J. Gadamer). Allylthioharnstoff (aus AUylsenfölgebildet) schmilzt bei 72 bis 74°, Normal-Butylthioharnstoff bei 97°, Isobutyl-thioharnstoff (aus sogenanntem künstlichen Löf f elk rautöl, Isobutyl-senföl, vom Siedep. 162° gebildet) bei 93,5°, sekundärer Butylthiohamstoff (ausechtem Löffelkrautöl gebildet) bei 136,5°, tertiärer Butylthiohamstoff bei 165°.
Isoamylsenföl: CSN.C 5 H U , siedet bei 183".
C 3 H5AUylsenföl: i oder CH 2
NCS
CH—CtP.NCS.
Molekulargewicht: 99 [99,11 O = 16).
(In 100 Teilen, C: 48,43; H: 5,08; N: 14,15; S: 32,34.)
Syn.: Oleum sinapis aethereum, Senf öl, ätherisches Senföl, Isothiocyanallyl,
Isosulf ocyanallyl.Geschichtliches. Das ätherische Senföl war bereits im 18. Jahrh.bekannt. Der Vorgang, auf welchem die Darstellung desselben aus dem