Adipinsäuren.
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Die kohlenstoffreicheren Glieder der Oxalsäurereihe entstehen, mit Aus-nahme der Roccellsäure, bei der Oxydation der Fette und der kohlenstoff-reicheren Fettsäuren mittels Salpetersäure. Die Trennung der hierbei auf-tretenden verschiedenen Produkte geschieht durch fraktionierte Kristallisationaus Äther, worin die kohlenstoffärmeren Dicarbonsäuren schwerer löslichsind als die kohlenstoffreicheren, oder aus siedendem Wasser, bei welchemdas Lösungsvermögen umgekehrt wie bei dem Äther ist.
Von den zahlreichen, der Theorie nach möglichen Isomeren dieser Säuren,besonders der kohlenstoffreichen, sind meist nur wenige Vertreter bekannt.
Adipinsäuren. Von der Formel C'H 8 (CO . OH) ! existieren der Theorienach neun, welche sämtlich bekannt sind.
CH ! -CH ! -CO.OH
I. Adipinsäure:! . , entsteht neben Bernsteinsäure
F CH 8 —CH 8 — CO.OH
beim Kochen von Sebacinsäure mit Salpetersäure, bis ein in heißem "Wasserleicht lösliches Säuregemisch gebildet ist (Arppe), beim Schmelzen vonJlethyltropinsäure mit Kalihydrat (Willstätter), sowie beim Frhitzen von,-i-Jodpropionsäure (s. S. 506) mit pulverförmigem Silber auf 150°. Leichtwird die Adipinsäure durch Oxydation von käuflichem Pimelinketon (s. S. 532)erhalten. 20 g davon werden mit 40 g Soda in 250 ccm Wasser gelöst unddiese Lösung unter immerwährendem Umrühren bei gewöhnlicher Temperaturmit einer Lösung von 64,4 g KMnO' in 2 Litern Wasser versetzt. Nach derEntfärbung wird nitriert, das Filtrat eingedampft und mit Salzsäure versetzt(Kosen lew).
Glasglänzende, in Äther (1 : 165) und in kaltem Wasser (1 : 70) schwerlösliche, in heißem Wasser und in Alkohol leicht lösliche, bei 149 bis 151°schmelzende Blätter. Die Adipinsäure destilliert unzersetzt bei 265°. Durchtrockene Destillation von adipinsaurem Calcium resultiert pfefferminzartigriechendes, bei 130" siedendes Cyklopentanon oder Adipinketon: CH B . CO(s. S. 206). Salpetersäure von 1,2 spez. Gew. führt letzteres in Glutarsäureüber. Natrium verwandelt das Adipinketon in wässerig-ätherischer Lösungin Pentamethylenalkohol: C'H 8 —CH . OH, vom Siedep. 139°. Ausletzterem läßt sich durch Überführung in das Jodid, CH"—CHJ, und darauf-folgende Reduktion desselben mit Zink und Salzsäure, Pentamethylen:C 5 H'° (s. S. 159), gewinnen.
II. Die aus der «- Brompropionsäure mittels Silber und durch ver-schiedene andere Reaktionen darstellbare Adipinsäure, die symmetrische
CH 3 — CH— CO. OH
Dimethylbernsteinsäure: i , ist in zwei alloisomeren
CH 3 —CH—CO.OH
inaktiven Formen bekannt, deren Isomerie vielleicht eine ähnliche Erklärung
Hndet wie die der Traubensäure und inaktiven Weinsäure (s. S. 56). Die in
97 Tln. Wasser lösliche Para- oder fumaroide Form bildet Prismen, die im
reinen Zustande bei 209° schmelzen; die in 3,3 Tln. Wasser lösliche Anti-
oder malemode Form kristallisiert in Prismen, die bei 129° schmelzen.
CH 2 —CO.OH
III. Unsymmetrische Dimethylbernsteinsäure: '',__.. ,
J C(CH 3 ) 2 -CO.OH
entsteht in geringer Menge bei der Oxydation des Copaivaöles (Levy, Eng-länder), sowie bei der Oxydation des Jonons, der /3-Campholensäure, derlsolauronsäure usw. Schmelzp. 140°.
IV. «-Methylglutarsäure: CH 8 ^]^^;° c ^ 0H schmilzt bei 78°.
PU ä -PO OTT
V. /9-Methylglutarsäure: CH a .CH<^._^'JJg, schmilzt bei 86".
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