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2. Organische Chemie 1. Abt. (1910) Organische Verbindungen mit offener Kohlenstoffkette
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Cocosit, Scyllit, Quebrachit, Pinit.

Jodwasserstoffsäure erhalten. Dasselbe ist vielleicht auch der Fall bei derBorneo-Dambose, welche entsprechend der Dambose aus dem Bornesit:C"H"0 5 (0 . CH 3 ), der in dem Kautschuk von Borneo enthalten ist, erhaltenwird. Sie ist der Dambose sehr ähnlich, sie schmilzt bei 220°.

Cocosit: C f H s (OH) s , ist von H. Müller eine, dem Inosit ähnlicheVerbindung benannt, die sich in den Blättern von Cocos nucifera und pln-mosa, sowie in der sogenannten Kokosnußmilch findet. Kurze, derbe, mono-kline Kristalle, welche in Alkohol unlöslich sind. Schmelzp. 345 bis 350°.

Scyllit: C 6 H 6 (OH) c , findet sich in den Organen der Plagiostomen, be-sonders in den Nieren, der Leber und den Kiemen der Haifische und Bochen.Harte, glänzende, monokline Kristalle, in Wasser etwa 1:100 löslich. In-aktiv. Schmelzp. über 340°; dem Inosit und Cocosit nahestehend (Staedeler,J. Müller).

ßechts-Inosit: C 6 H ls 0 6 + 2H 2 0 (jS-Inosit), entsteht durch Kochen desPinits (s. unten) mit Jodwasserstoffsäure (Siedep. 127°). Leicht in Wasserlösliche, bei 246° schmelzende Kristalle. Kechtsdrehend: [«]j> = -j- 65°.Links-Inosit: C 6 H 12 0 <i + 2H 2 0, wird durch Erhitzen von Quebrachit:C 6 H 11 O i (O.CH 3 ), mit Jodwasserstoffsäure erhalten. Peine, bei 238° schmel-zende Nadeln, die in Wasser leicht löslich sind. Linksdrehend: [«]jj =65°.

Der Quebrachit findet sich in der Quebrachorinde und im Milchsaftvon Hevea bra.iiliensis (De Jong). Süblimierbare, bei 186° schmelzende, inWasser leicht lösliche Nadeln. Linksdrehend: [ct]j) =80° (Tanret).

Racemo-Isonit: (C'H 1! 0')', durch Vereinigung von -j-- und-----Inosit

gebildet, ist wasserfrei. Derselbe soll neben inaktivem Inosit in den frischenBeeren von Viscum album vorkommen (Tanret). Er schmilzt bei 253°.

Pinit: C°H 6 (OH) 5 (O.CH 3 ), findet sich im Cambialsaft der Nadel-hölzer, besonders der kalifornischen Fichte, Pinus lambertiana (Berthelot).Derselbe sammelt sich als harzartige Masse in den durch Wirkung von Feuergebildeten Höhlungen am Fuße jener Bäume an. Hieraus wird er durchLösen in Alkohol, Entfärben der Lösung mit Tierkohle, Atherzusatz biszur beginnenden Trübung und längeres Stehenlassen dieser Mischung ge-wonnen.

Der Pinit bildet farblose, zu Warzen vereinigte, süß schmeckende, bei186° schmelzende Kristalle, die sich leicht in Wasser lösen. Kechtsdrehend:[ cl ]n = + 65,5°. Jodwasserstoffsäure führt ihn in Rechts-Inosit (s. oben)über (Maquenne).

Identisch mit Pinit sind der Sennit oder Cathartomannit derSennesblätter (Dragendorff, Kubly) und der Matezit oder Bornesit desKautschuks von Madagaskar (Girard).

Als Hydroxylderivate des Methyl-, Isopropyl-Naphtens: 0 6 H 10 (CH 3 )(0 3 H 7 ), sind zu betrachten das Menthol: C 10 H"(OH), das Tetrahydro-carveol: C 10 H 19 (OH), das Thujamenthol: C 10 H"*(OH), das Terpin:C 10 H 18 (OH) ! , das Terpinhydrat: C l0 H 18 (OH) 2 + H 2 0, usw. (s. dort).

d) Mercaptane oder Thioalkohole.

Als Mercaptane oder Thioalkohole bezeichnet man eine Gruppeschwefelhaltiger Verbindungen, welche in unmittelbarster Beziehung zu denAlkoholen stehen. Sie sind aufzufassen als Alkohole, in denen der Sauerstoffder vorhandenen Hydroxylgruppen durch Schwefel ersetzt ist, oder als Kohlen-wasserstoffe, in welchen ein oder mehrere Atome Wasserstoff durch dieHydrosulfylgruppe: SH, vertreten sind, z. B.: