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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Thujon (Tanaceton)

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gewisser Weise an diejenigen des Carons erinnern. Indessen ist diedurch die Formel:

CH-CH 3

H,C

v-

CH,CHCCH,),

ausgedrückte Constitution noch nicht exact bewiesen.

Das Thujon 1 fand Wallach neben 1-Fenchon (vgl. S. 1029) im Thuj aöl;es ist identisch mit dem Tanaceton, welches von Semmler aus Rain-farnöl (Tanacetum vulgare) und einigen anderen Ölen isolirt wurde. DieVerbindung war schon von anderen Forschern vorher beobachtet undmit verschiedenen Namen belegt worden; genauere Charakterisierungfand sie indess erst in den Untersuchungen von Semmler und Wallach.

Das Keton ist in ziemlich reinem Zustande im Artemisiaöl und Rainfarnölenthalten und kann daraus durch seine Natriumbisulfitverbindung abgeschiedenwerden. Es bildet ein farbloses, angenehm riechendes Oel, dessen Siedepunkt bei200—201° (84—85° unter 13 mm Druck) liegt. Spec. Gewicht bei 20°: 0-9126;n D = 1-4522 bei 20°. Das Thujon ist rechtsdrehend.

Die physikalischen Constanten sprechen dafür, dass das Thujoneine gesättigte Verbindung ist, während das Verhalten gegen Brom undPermanganat auf das Vorhandensein einer Doppelbindung schliessenlässt. Trotzdem scheint jetzt allgemein angenommen zu werden, dassim Thujon eine Kernbindung 2 enthalten ist.

Das Thujon liefert ein Semicarbazon vom Schmelzpunkt 171—172° undein Oxim vom Schmelzpunkt 54—55°, welches sich einerseits in Cymidin C 10 Hi 6 N:

CH

NH,

CH,

umlagern, andererseits zu einem Amin, dem Thujylamin C 10 H 17 -NH,, reducirenlässt. Durch Brom wird Thujon in ein Tribromderivat 8 — das sogenannte Thujon-tribromid C 10 H, 3 OBr 3 — übergeführt, welches bei 121—122° schmilzt und sich zurCharakterisirung des Ketons sehr gut eignet. Dieses Tribromid wird durch Natrium-

1 Schweizer, Ann. 52, 398 (1844). — Beilstein u. Kupfer, Ann. 170, 290(1873). — Brüylants, Ber. 11, 449 (1878). — Jahns, Arch. f. Pharm. 221, 748 (1883).— Wallach, Ann. 272, 109 (1893); 275, 164 (1893); 277, 159 (1893); 279, 383(1894);286, 90 (1895). Ber. 28, 33, 1955 (1895). — Semmler, Ber. 25, 3343, 3513 (1892);27, 897 (1894); 33, 275, 1462, 2454 (1900). - Baeyer, Ber. 27, 1923 (1894). —Tiemann u. Semmler, Ber. 28, 2136 (1895); 30, 429 (1897); 31, 2311 (1898). — Gilde-meister u. Hofmann: Die ätherischen Oele, S. 231 (Berlin 1899). — Brühl, Ber. 32,1222 (1899). — Charabot, Compt. rend. 130, 923 (1900). Ann. eh. [7] 21, 266(1900). — Fromm u. Hildkbrandt, Chem. Centralbl. 1901 II, 1273.

2 Wagner u. Ertschikowski, Ber. 29, 885 (1896). — Tschügaeff, Ber. 33,3118 (1900).

3 Wallach, Ann. 275, 179 (1893).