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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Tetrahydroterephtalsäuren.

COOH

C-COOH

H„C

H COOH

//'-Tetrahydroterephtalsäure

H COOH

.d'-Tetrahydroterephtalsäure

von denen die Letztere in zwei raumisomeren Modifikationen, einer cis-und einer trans-Form existiren sollte. Im Verlaufe der umfassendenUntersuchungen Baeyek's über die Hydrirungsprodukte der drei Phal-säuren — Untersuchungen, welche für unsere Kenntniss der Beziehungenzwischen aromatischen und hydroaromatischen Verbindungen wie für dieexperimentelle Behandlung der Hydrirungsprocesse gleich bedeutungsvollwaren (vgl. S. 56 ff., 768 ff.) — sind besonders die Tetrahydrotere-phtalsäuren aufgeklärt worden, während die Constitutionsauffassung beiden Tetrahydrophtalsäuren nicht ganz sicher gelegt und vielfach lediglichauf Analogieschlüssen aufgebaut ist. Es ist daher zweckmässig, zuerstauf die Tetrahydroterephtalsäuren näher einzugehen.

Constitution der Tetrahydroterephtalsäuren. Die eine tetra-hydrirte Säure entsteht bei der Reduction mehrerer Dihydrosäuren (vgl.S. 872 u. 873) und tritt immer in zwei physikalisch verschiedenenModificationen, die sich durch gleichartiges chemisches Verhalten alsraumisomer zu erkennen geben, auf, kann demnach nur die J 2 -Tetrahydro-säure sein. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass die Säure dieUmlagerungsfähigkeit der ^/-ungesättigten Säuren zeigt; dennmit Natronlauge gekocht, geht sie in eine andere Säure über, welche nichtin raumisomeren Formen existirt. Da die Formel der Tetrahydrotere-phtalsäure nur zwei structurisomere Verbindungen zulässt, muss dieseandere Säure die ^-Tetrahydrosäure sein, welche die Doppelbindungin der aß- Stellung zu einem Carboxyl enthält (vgl. oben die Formeln).

Cycloheocen (l)-dicarbonsäure 1.4) (^-Tetrahydrotere-phtalsäure) 1 entsteht als directes Produkt der Beduction, wenn man dieEeduction der Terephtalsäure mit Natriumamalgam in der Siedehitzevornimmt. Sie krystallisirt in kurzen dicken Prismen, welche oberhalb300° sublimiren.

Sie wird auch aus dem Monobromirungsprodukt der Hexahydroterephtalsäuredurch alkoholisches Kali gewonnen. Hierdurch wird die Annahme, dass das Brom-atom bei der Bromirung der Hexahydrosäure in «-Stellung tritt (vgl. S. 842—843),wesentlich gestützt. Das durch Anlagerung von Bromwasserstoff an die J 1 -Tetrahydro-

1 Baeyer, Ann. 245, 160 (1888); 251, 281 (1889).(1890). — Einhorn u. Willstätter, Ann. 280, 94 (1894).J. pr. [2] 43, 5 (1891).

Herb, Ann. 258, 32Stohmann u. Kleber,