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Acidität der Benzoldicarbonsäuren.
der an den einen Benzolkern angekettete Ring aufgespalten wird, diebeiden direct in den Benzolkern eingreifenden C-Atome des aufgespaltenenRinges aber — zur Carboxylgruppe oxydirt — daran haften bleiben (vgl.in obigen Formeln die punktirten Striche).
Wenn diese Processe sonach einen Abbau coniplicirterer Verbindungendarstellen, so können umgekehrt allgemein Homologe der Isophtalsäurevon der Stellung 1.3.5 durch synthetischen Aufbau aus Fettkörperngebildet werden; sie entstehen nämlich nach Doebneb ' neben Oxalsäuredurch Einwirkung von Barytwasser auf eine Mischung von Brenztrauben-säure mit einem beliebigen aliphatischen Aldehyd, vielleicht den folgen-den Gleichungen entsprechend in zwei Phasen:
CH.
CH,
CHOCH„ CH 3
1 1C0 2 H-CO CO-C0 2 H
CH,
CH OH
1 || + 3H 2 0 + HCO s H—C C-C0 2 H
CO-C0 2 H
COCO,H
-H CO OH
+ I + 2H,0 + H 2 .
-C0,H CO OH
H
Uvitinsäure
Bezüglich der Eigenschaften der Phtalsäuren sei zunächst betont,da8s sie im Vergleich mit der Benzoesäure (vgl. S. 535) einen stärkerenAciditätsgrad zeigen, wie aus den folgenden Dissociationsconstanten 2hervorgeht:
Benzoesäure . . . . K = 0 0060
Orthophtalsäure . . . „ = 01210
Isophtalsäure . . . . „ = 0-0287
(die Terephtalsäure ist zu wenig löslich, um die Untersuchung zuzulassen).Dass die Orthophtalsäure einen stärker sauren Charakter als ihre beidenStellungsisomeren besitzt, ergiebt sich auch aus dem Befund, dass sie einSalz mit Anilin bildet, während sich Isophtalsäure und Terephtalsäurenicht mit Anilin verbinden 3 .
Für die Orthophtalsäure und ihre Derivate ist im Gegensatz zuden Dicarbonsäuren mit Meta- oder Para-Stellung der Carboxylgruppecharakteristisch die Fähigkeit zur inneren Anhydridbildung (vgl. S. 78):
1 Ber. 23, 2377 (1890). — Vgl. auch Wolpp, Ann. 305, 132 (1899).
2 Ostwald, Ztschr. f. physik. Chem. 3, 376 (1889).11 Graebe, Ber. 32, 1992 (1899).