Bildungsweisen der Benzoldicarbonsäuren.
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Anstatt direct zu oxydiren, ist es zuweilen zweckmässig 1 , zunächst indie Seitenketten Brom einzuführen (S. 116), dieses durch Kochen mitAlkali oder Alkaliacetat in alkoholischer Lösung auszutauschen unddarauf den so entstandenen Aether bezw. Ester eines zweiwerthigenAlkohols zu oxydiren, z. B.:
C 6 H 4 (CH 3 ) 2 ->- C 6 H<(CH 2 Br) 2 -+■ C 6 H 4 (CH 2 .0-CO-CH,), -y C 6 H 4 (C0 2 H) 2 .Auch die Oxydation von Benzoesäurehomologen zu Dicarbonsäuren 2 ,
B.:
CH 3 C 6 II 4 .C0 2 H —>■ C0 2 H-C,H 4 -C0 2 H ;
bietet häufig einen vortheilhaften Darstellungsweg; vgl. z. B. S. 588 dieVorschrift zur Gewinnung von Terephtalsäure.
Ausser diesen allgemeinen Methoden sind aber zwei specielleBildungsreactionen wichtig, welche — in mannigfacher Weise variirbar— zu verschiedenen Derivaten der Orthophtalsäure oder der Iso-phtalsäure führen.
Die Orthophtalsäure bezw. ihre Substitutionsprodukte entstehennämlich allgemein durch Oxydation von mehrkernigen Verbindungen,deren Molecül an einen Benzolkern ein zweites ringförmiges Systemdurch Vermittelung zweier Ortho-Kohlenstoffatome des Benzolkerns an-gefügt enthält Am frühesten und am häufigsten ist diese Bildung beider Oxydation von Naphtalinderivaten (S. 578, 582) beobachtet, z. B.:
CHC13HC1
JCHC1
CHCl
CH
—C0 2 H
aber sie erfolgt auch bei der Oxydation von Derivaten des Anthracens,Indens 3 , Isochinolins 4 etc.:
CH
--------- ;CO
CH 3
CH,
,CH,
-C0 2 H- CO,H'
\
-C0 2 H-CO,H'
CH
CH,
Das Gemeinsame dieser Prozesse besteht darin, dass durch die Oxydation
1 Baeyeh, Ann. 245, 138 (1888). — Kippinq, Ber. 21, 46 (1888). — Viluqer,Ann. 276. 256 (1893).
8 Vgl. z. B.: Weith, Ber. 7, 1057 (1874). — Piccakd, Ber. 12, 579 (1879). —Abbes, Ber. 26, 2951 (1893). — Häussermann u. Marts, ebenda 2982.
3 Vgl. z. B.: Yoüng, Ber. 25, 2105 (1892). — Miersch, ebenda, 2113. —Revis u. Kipping, Journ. Soc. 71, 242 (1897).
4 Vgl. z. B.: Ewnger, J. pr. [2] 53, 375 (1896).
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