Benzoesäure - Quellen.
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Sublimationsprodukt des Benzoeharzes beobachtet. Ihre Zusammen-setzung wurde 1832 von Liebig und Wöhleb festgestellt.
Aus dem Benzoeharz l kann man sie entweder durch directe Subli-mation gewinnen oder in grösserer Ausbeute, indem man sie zunächstdurch Kochen des Harzes mit Kalk und Wasser oder besser mit Natron-lauge als Calcium- bezw. Natrium-Salz extrahirt. Sie findet sich imBenzoeharz hauptsächlich in Form von Estern, an Harzalkohole ge-bunden; von den einzelnen Varietäten des Benzoeharzes ist namentlichdie Siambenzoe und Palembangbenzoe zur Darstellung der „Harz-benzoesäure" geeignet, während Sumatrabenzoe hauptsächlich ausEstern der Zimmtsäure besteht. Auch in manchen anderen Vegetabilien— so im Perubalsam, Tolubalsam, in den Preisseibeeren 2 — hat manBenzoesäure nachgewiesen.
Eine weitere natürliche Quelle zur Gewinnung der Benzoesäureentdeckte man Ende des vorigen Jahrhunderts in dem der Fäulnissüberlassenen Harn der Pflanzenfresser. Die „Harnbenzoesäure" ver-dankt ihre Entstehung der Spaltung, welche die im Harn ursprünglichvorkommende Hippursäure (vgl. S. 555) bei der Fäulniss erleidet:
C 6 H s .CONH-CH 2 CO-OH + H 2 0 = C 6 H 5 -COOH + NH 2 CH ä -CO-OH.
Man ging in früherer Zeit vielfach zur Darstellung der Benzoesäure vongefaultem Pferdeharn oder Rinderharn aus.
Zur Zeit indess gewinnt man technisch „Benzoesäure ausToluol"durch Vermittelung der in der Seitenkette substituirten Chlorderivatedes Toluols 3 . Schon S. 481 wurde erwähnt, dass Benzoesäure als Neben-produkt bei der Gewinnung des Benzaldehyds abfällt, da das technischeBenzalchlorid durch Benzotrichlorid verunreinigt ist, und letzteres beimErhitzen mit Kalkmilch Benzoesäure liefert:
C„H 5 -CC1 3 + 2H 2 0 = C 6 H 5 CO-OH + 3 HCL
Die aus Toluol gewonnene Säure ist fast stets durch Chlorsubstitutions-produkte der Benzoesäure verunreinigt, da bei der Chlorirung des Toluolssich eine theilweise Chlorirung im Kern unter Bildung von Verbin-dungen, wie C1-C 0 H 4 -CC1 3 , kaum vermeiden lässt, die nun bei der Zer-setzung mit Kalkmilch nur das Chlor der Seitenkette austreten lassen(vgl. S. 113—114):
C1C 6 H 4 CC1 3 + 2H s O = ClC„H 4 COOH + 3 HCl.
1 Neuere Untersuchungen darüber vgl. bei Lüdy, Arcb. f. Pharm. 231, 43, 4G1,500 (1893).
* Low, J. pr. [2] 19, 312 (1879).
3 Lunge u. Pethi, Ber. 10, 1275 (1877). — E. Jacobsen, Jb. 1881, 1272. —P. Schultze, Ber. 28 Kef., 879 (1895).