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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Trithioacetophenon.

Das Trithioacetophenon:

CH„- C—S—C- CH S

C.H

CH 3 /\C,H 6

krystallifiirt aus Alkohol in Nadeln, ist völlig geruchlos und schmilztbei 122° zu einer farblosen Flüssigkeit, welche sich bei weiterem Er-hitzen zunächst grün, dann indigoblau (vgl. S. 499) färbt und bei ca. 185*unter gleichzeitiger Schwefelwasserstoffentwickelung einen blauviolettenDampf giebt. Es wird von kochender alkoholischer Kalilauge nicht ver-ändert und giebt bei der Oxydation mit Permanganat reichlich Schwefel-säure, ohne dass ein Sulfon auftritt. Auf keine Weise ist es gelungen,ein stereoisomeres Trithioacetophenon aufzufinden.

IV. Die Condensationsprodukte der aromatischen Aldehyde und

Ketone mit primären Ammoniakderiraten H 2 N-R

(Oxime, Anilc, Hydrazonc etc.).

Es ist schon S. 480 darauf hingewiesen worden, dass dasStudium der Verbindungen, welche aus aromatischen Carbonylverbin-dungen durch Condensation mit primären Ammoniakderivaten nach demSchema:

X— CO-Y + NH.K = X— C(:N-R)—Y + H,0

entstehen, zur Auffindung von Isomerieersclieinungen geführt hat, diein der Structurtheorie keine Deutung finden konnten. Vielmehr hat dieeingehende experimentelle Prüfung dieser Isomeriefälle zu dem Urtheilgeführt, dass sie auf verschiedene räumliche Anordnung der Holecülebei gleicher Structur zurückzuführen sind. Die lebhafte Discussion,welche durch die Auffindung dieser Isomerieen veranlasst wurde, hatteschliesslich das Ergebniss, dass eine Erklärungsweise zu fast allgemeinerAnnahme gelangte, welche den Grund jener Erscheinungen in der Naturdes dreiwerthig fungirenden Stickstoffatoms sucht.

So hat sich eine Stereo-chemie der Verbindungen des drei-werthigen Stickstoffs entwickelt, deren Grundzüge im Folgenden zu-nächst dargelegt werden müssen, bevor die Oxime, Hydrazope etc. deraromatischen Carbonylverbindungen im Einzelnen besprochen werden.In historischer Beziehung sei vorausgeschickt, dass das Gebiet 1888eröffnet wurde durch Untersuchungen von Auwkhs u. Victor Meyerüber die Oxime des Benzils (vgl. dort), welche den Nachweis derExistenz von structuridentischen und doch wesentlich verschiedenenOximen erbrachte. Kurz vorher hatte Beckmann ein Isomeres dos ge-wöhnlichen Benzaldoxims entdeckt, welches indess zunächst von ihm alsstructurisomer mit dem schon bekannten Benzaldoxim aufgefasst wurde.H. Goldschmidt sprach zuerst auf Grund von experimentellen Studiendie Ansicht aus, dass die Isomerie der Benzald^xime und der Benzil-