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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Eigenschaften und Verhalten fett-aromatischer Ketone.

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von aliphatischen Säurechloriden in Gegenwart von Alurniniumchlorid 1(FEiEDEL-CEAPTs'sche Reaction, vgl. S. 97) in ihr Molecül Säureresteeintreten zu lassen, z. B.:

C 6 H 6 + CI-CO.CH3 = HCl + C 6 H 5 -CO-CH s .

Die Reaction erfordert nur gelindes Erwärmen und verläuft namentlichbei den Homologen des Benzols sehr glatt; die Methylketone R-CO-CH„ (R ein Alphylrest, vgl. S. 76) werden dadurch sehr leicht zugänglich;da man von ihnen ausgehend durch Oxydation leicht zu aromatischenSäuren gelangt (vgl. S. 490, 534), so werden diese Methylketone häufigals Zwischenprodukte dargestellt.

Beispiel: Darstellung von Acetomesitylen. 50 g Mesitylen werden mit60 g frisch destillirtem Acetylchlorid vermischt; nach Verdünnung mit 150 g Schwefel-kohlenstoff fügt man unter Umschütteln allmählich 65 g Aluminiumchlorid hinzu,wobei sich die Keaction unter heftiger Salzsäureentwickelung und Erwärmung voll-zieht. Man kocht dann noch eine Viertelstunde unter Rückfluss, destillirt denSchwefelkohlenstoff und das überschüssige Acetylchlorid ab und zersetzt den Rück-stand durch Einwerfen von Eisstückchen. Darauf destillirt man das Acetomesitylenmit Wasserdämpfen ab und reinigt es nach dem Trocknen mit Chlorcalcium durchRectificiren. Ausbeute: 50 g.

Der eintretende Säurerest begiebt sich in der Regel zu einer derschon vorhandenen Seitenketten in die Parastellung. Nur in gewissenFällen 2 tritt mehr als ein Säurerest in den Benzolkern ein.

Der Synthese aliphatischer Ketone aus Acetessigester (vgl. Bd. I,S. 385 — 386) entspricht die Bildung fett-aromatischer Ketone durchSpaltung von Benzoylessigester bezw. seinen Homologen 3 , z. B.:

C 9 H 5 • CO • CH, • CO • 0 ■ C 2 H 5 + H 2 0C 6 H 5 • CO • CH(C 2 H 5 ) ■ CO • 0 • C,H 5 + H 2 0

C 0 H 5 -CO-CH 3 + C0 2 + 0H-C 2 H 5C 6 H 5 -CO-CH 2 -C. 2 H 5 + C0 2 + OH-CA.

Die fett-aromatischen Ketone sind flüssige oder leicht schmelzbarekristallinische Verbindungen, farblos, meist von angenehmem aroma-tischem Geruch, unzersetzt destillirbar, mit Wasser nicht mischbar.

Soweit es sich um Veränderungen der Carbonylgruppe handelt, ver-halten sie sich den aliphatischen Ketonen (vgl. Bd. I, S. 387 ff., 409—411)im Allgemeinen analog.

Auffallend erscheint, dass bei den Ketonen, deren Carbonylgruppeeinerseits direct in einen aromatischen Kern eingreift, andererseits ali-phatisch gebunden ist, der aromatische Theil in gewissen Reactionenan Reactionsfähigkeit vom aliphatischen Theil übertroffen wird, und zwargerade bei der Einwirkung von Agentien, die in anderen Fällen leichtSubstitution des aromatischen Kerns bewirken. So erhält man aus

1 Vgl. Friedel u. Crafts, Ann. eh. [6] 1, 506 (1884). — Elbs, SynthetischeMethoden (Leipzig 1891) II, S. 152.

2 Baum u. V. Meyer, Ber. 28, 3212 (1895). — V. Meyer, Ber. 29, 846, 1413(1896).

8 Baeyer u. Perkin jun., Ber. 16, 2128 (1883).