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Amidobenxaldehyde.
diese sehr glatt verlaufende, merkwürdige Eeaction findet neuerdings, wenn auch inbeschränktem Mass, technische Verwendung, indem man das in der ersten Phaseentstehende o-Nitrophenylmilchsäureketon in Form seiner Bisulfit-Verbindung 1 zurErzeugung feinerer Indigodrucke benutzt. (Weiteres vgl. unter Indigblau). — Gleich-falls eigenartig ist das Verhalten des Orthonitrobenzaldehyds bei der Keductionmit Zinkstaub und Ammoniak oder Zinn und Eisessig (Friedländer u. Henriques);es bildet sich eine mit Wasserdampf sehr leicht flüchtige, schwach basische, ölige,zugleich nach Pflanzenbasen und Bittermandelöl riechende Substanz C 7 H 5 NO, welcheman früher als Anhydrid der Anthranilsäure:
,CO /C—OH
bezw. C 6 H 4 < ||
NH \N
C 8 H 4 ^ !
ansprach und daher Anthranil 2 genannt hat, die aber mit grösserer Wahrschein-lichkeit als Anhydrid des Methylal-phenylhydroxylamins aufzufassen ist:
C 6 H 4 .
CHO
,CH,
MST0 2o-Nitrobenzaldehyd
./r\(
C 6 H / | J>0.Anthranil
/CHOC 6 H 4 < ------->
\NH(OH)Methylalphenyl-hydroxylamin
Die Bildung von Körpern der Indigogruppe und von „Anthranilen" erfolgt all-gemein bei Verbindungen, welche die Nitrogruppe und Methylalgruppe orthoständigzu einander enthalten.
Orthoamidobenzaldehyd 3 NH 2 -C 6 H 4 -CHO ( Methylal-l-amino-2-benxen) ent-steht sowohl aus o-Nitrobenzaldehyd, wie auch aus Anthranil durch Reduction mitEisenvitriol und Ammoniak. Er bildet, aus Wasser krystallisirt, weisse silberglänzendeBlättchen, schmilzt bei 39—40°, ist mit Wasserdämpfen leicht flüchtig und ertheiltdenselben einen durchdringenden, an Indigküpe erinnernden Geruch. Durch ver-dünnte Mineralsäuren wird er sehr leicht in ein Condensationsprodukt C 14 H 12 N,,0übergeführt; mit Acetaldehyd condensirt er sich in Gegenwart von Natronlauge zuChinolin: ^CHO CH, XJHIZCH
C Ö H 4
A
^NH,
CHO
- 2H„0
C 6 H 4 <
^N=CH
Paraamidobeuzaldehyd 4 ( Mctlt ylal-l-amino-4-bmixcn) entsteht neben p-Toluidinsehr leicht und glatt in höchst merkwürdiger Reaction aus p-Nitrotoluol 5 , wenn mannämlich 20 g der letzteren Verbindung und 80 g Alkohol zu einer Lösung gicbt,welche durch Kochen von 12 g Schwefelblumen mit 20 g Natron und 80 g Wasserunter Rüekfluss bereitet ist, und nun bis zum Verschwinden des Nitrotoluols (etwaeine Stunde) weiter kocht; nach dem Abtreiben des p-Toluidins mit Wasserdampfgewinnt man den Amidobenzaldehyd aus der rückständigen Flüssigkeit durch mehr-maliges Ausschütteln mit Aether. Beim Verdunsten der ätherischen Lösung hinter-
1 Kalle u. Co., D. R.-Pat. No. 73 377, vgl. Friedländer III, S. 286.
2 Friedländer u. Henriques, Ber 15, 2105 (1882). — Friedländer u. Schreiber,Bcr. 28, 13S2 (1895).
3 Gabriel, Ber. 15, 2004 (1882). — Friedländer, ebenda, 2572. — Gabriel u.Herzberg, Ber. 16, 2003 (1883). — Friedländer u. Göhiung. Ber. 17, 456 (1884). —V. Meyer, Ber. 25, 2188 Anm. (1892). — Eliasbero u. Friedländer, ebenda, 1752.
4 Vgl. Gabkiel u. Herzbero, Ber. 16, 2000 (1883).
6 T. Sandmeyer (Privatmittheilung). — Vgl. Geigy u. Co., D. R.-Pat. No. 86 874u. 87 255 referirt im Chem. Centralbl. 1896 II, 222 u. 613. — Vgl. über technischeVerwendung des p-Amidobenzalrlehyds Jadbert, Histoire de l'industrie suisse desmatieres color. artificielles (Geneve 1896). S. 92—93.