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Pkenylselenid, Phenyltellurid etc.
zu können. Sind die Chinone aber Diketone, so erscheint das Misslingenvon Versuchen zur Bildung von Thiochinonen weniger auffallend, daüberhaupt Verbindungen mit der beiderseits an Kohlenstoff gebundenenGruppe —CS— sich in der Regel nicht leicht zu bilden scheinen (vgl.Bd. I, S. 421, 425, vgl. auch Bd. II, S. 499 die Zersetzlichkeit desThioacetophenons).
VI. Selen- und Tellur-Verbindungen 1 .
Plienvlseleiiid (C 8 H 5 ),Se (flüssig, Siedepunkt 301—302°) entsteht durch Erhitzenvon Sulfobenzid mit Selen, bildet mit Brom Phenylselenidbromid (C^s^SeBr,,,durch Oxydation l'heny lselenoxyd (C 8 H s )jSO, wek .es bei directem Erhitzen sichunter schwacher Verpuffung zersetzt und durch Oxydation mit Kaliumpermanganatin Diphenylselenon (C 6 H 5 ) 2 Se0 2 (Schmelzpunkt 155°) übergeführt wird. DurchErhitzen von Phcnylselenid mit Selen erhält man Diphenyldiselenid (C 6 H„)jSe s(Schmelzpunkt 63-5°), das durch Reduction in Phenylselenhydrat C 6 H 5 -SeH(Siedepunkt 183") verwandelt werden kann.
Phenyltellurid (C„H 5 ) a Te — durch Umsetzung von Tellurdichlorid mit Queck-silberdiphenyl erhältlich — ist flüssig und siedet unter 16-5 mm Druck bei 182—183°.
Dreissigstes Kapitel.Aromatische Carbonylverbindungen und ihre Derivate.
(Aromatische Aldehyde. — Fettaromatische Ketone, Diketone und Ketoaldehyde. —
Thioaldehyde und Thioketone. — Oxime, Hydrazone und Anile der Aldehyde und
Ketone, Stereochemie des dreiwerthigen Stickstoffs.)
I. Aromatische Aldehyde.
Die aromatischen Aldehyde, welche die Aldehydgruppe —CH.0(Methylal-, Methanoiß- oder Formyl-Gruppe) direct in den Benzol-kern eingreifend enthalten, können aus den Kohlenwasserstoffen vongleicher Kohlenstoffzahl durch Vermittelung der in der Seiten-kette chlorirten Verbindungen (vgl. S. 116 u. 119) hergestellt werden.Aus den Dihalogenderivaten entstehen sie durch* Austausch der beidenChloratome gegen ein Sauerstoffatom:
C 0 H 5 -CHC1 2 + H 2 0 = C 8 H 5 -CHO + 2 HCl;
diese Reaction kann man durch verschiedene Agentien — Erhitzenmit Wasser allein 2 , mit Wasser und Calciumcarbonat, mit Wasser undgeringen als Contactsubstanz wirkenden Mengen von Eisen oder Eisen-
1 Chabrie, Ann. eh. [6] 20, 202 (1890). — Krafft u. Vorster, Ber. 26, 2817(1893). — Krafft u. Lyons, Ber. 27, 1761, 1768 (1894); 29, 424 (1896). — Kunckell,Ber. 28, 609 (1895). — Zeiser, ebenda, 1670. — Krafft u. Kaschau, Ber. 29, 42ö(1896).
a Vgl. Limpricht, Ann. 139, 319 (1866).