Thiobrenzkatechin, Thioresorcin, Thiohydrochinon.
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sammeugesetzter sauerstoffhaltiger Verbindungen. Durch Einwirkung von Chlor-schwefcl auf Acetanilid 1 entsteht Dithioacetanilid (C 2 H a O• NH• C,H 4 — }ß 3 undTrithioacetauilid (C 2 II a O• NH• C 6 H 4 —),S S .
Das als Stammsubstanz mancher Farbstoffe wichtige Thiodiphenylamin
/ NH \
wird später unter den heterocyclischen Verbindungen besprochen werden.
Lässt man Schwefel auf die Homologen des Anilins einwirken, so treten leichtauch die Seitenketten mit in Reaction; es entstehen Benzothiazolderivate; vgl. hier-über bei Dehydrothiotoluidin.
V. Schwefelyerbindungen, welche den zweiwerthigen Phenolen
entsprechen 2 .
Dithioresorcin (Schmelzpunkt +27°, Siedepunkt 245°) und Dithio-hydroehinon (Schmelzpunkt 98°) C 6 H 4 (SH) 2 erhält man durch Reductionvon m- und p-Benzoldisulfochlorid. Durch Erhitzen von Phenolnatriummit Schwefel entsteht Monothiobrenzkatechin. Monothiobrenzkatechin(Schmelzpunkt 4-5—6°, Siedepunkt 217°) und Monothiohydrochlnon(Schmelzpunkt 29—30°) C 6 H 4 (OH)(SH) erhält man ferner aus o- undp-Amidophenol durch Anwendung der LEUKABT'schen Diazoreaction (vgl.S. 470). Durch Einwirkung von Chlorschwefel auf Phenole entstehenDioxysulfide wie 0H-C 6 H 4 -S-C ß H 4 -0H, (OH)(CH 3 )C 0 H 3 .S-C 6 H 3 (OH)(OH,) etc.
Zur Bildung von schwefelhaltigen Verbindungen, welche den Chi-nonen entsprechen, scheint keine Tendenz zu bestehen. Das Dithio-hydrochinon liefert als Oxydationsprodukt eine weisse, amorphe, in denüblichen Lösungsmitteln unlösliche Substanz, die durch Schmelzen mitKali wieder Dithiohydrochinon erzeugt und offenbar eine complexe zurGruppe der Disulfide gehörige Verbindung (C 8 H 4 S 2 ) X ist. Der Umstand,dass Thiochinone nicht erhalten werden konnten, kann zu Gunsten derDiketon-Auffassung der Chinone (vgl. S. 439) gedeutet werden. Wären
die Chinone Superoxyde
C..H,
oj
so sollte man in Anbetracht der
grossen Neigung der Mercaptane zur Bildung von Disulfiden gerade er-warten, die analog construirten Schwefelverbindungen leicht gewinnen
1 E. B. Schmidt, Ber. 11, 1170 (1878).
2 Pazschke, J. pr. [2] 2, 418 (1870). — Körner u. Monselise, Gazz. chim. 6,140, 142 (1876). — Haitinqer, Monatsh. 4, 165 (1883). — Tassinahi, Ber. 20 Ref.,210, 323, 324 (1887); 22 Ref., 330 (1889); 23 Ref., 490 (1890); 25 Ref., 908 (1892);26 Ref., 326 (1893). — Krappt u. Schönherr, Ber. 22, 821 (1889). — Dehsle u.Laqai, Ber. 23, 3394 (1890). — Leückart, J. pr. [2] 41, 192, 205 (1890). — Schalln. Uhl, Ber. 25, 1896 (1892). — Purgotti, Ber. 26 Ref., 198 (1893). — Loth u,Michaelis, Ber. 27, 2540 (1894). — Snape, Journ. Soc. 69, 100 (1896). — Ellery,Zur Kenntniss d. aromat. Sulfide, Sulfoxyde u. Sulfone (Diss. Heidelberg, 1896), S.llff,