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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Thiobrenzkatechin, Thioresorcin, Thiohydrochinon.

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sammeugesetzter sauerstoffhaltiger Verbindungen. Durch Einwirkung von Chlor-schwefcl auf Acetanilid 1 entsteht Dithioacetanilid (C 2 H a O NH C,H 4 }ß 3 undTrithioacetauilid (C 2 II a O NH C 6 H 4),S S .

Das als Stammsubstanz mancher Farbstoffe wichtige Thiodiphenylamin

/ NH \

wird später unter den heterocyclischen Verbindungen besprochen werden.

Lässt man Schwefel auf die Homologen des Anilins einwirken, so treten leichtauch die Seitenketten mit in Reaction; es entstehen Benzothiazolderivate; vgl. hier-über bei Dehydrothiotoluidin.

V. Schwefelyerbindungen, welche den zweiwerthigen Phenolen

entsprechen 2 .

Dithioresorcin (Schmelzpunkt +27°, Siedepunkt 245°) und Dithio-hydroehinon (Schmelzpunkt 98°) C 6 H 4 (SH) 2 erhält man durch Reductionvon m- und p-Benzoldisulfochlorid. Durch Erhitzen von Phenolnatriummit Schwefel entsteht Monothiobrenzkatechin. Monothiobrenzkatechin(Schmelzpunkt 4-56°, Siedepunkt 217°) und Monothiohydrochlnon(Schmelzpunkt 2930°) C 6 H 4 (OH)(SH) erhält man ferner aus o- undp-Amidophenol durch Anwendung der LEUKABT'schen Diazoreaction (vgl.S. 470). Durch Einwirkung von Chlorschwefel auf Phenole entstehenDioxysulfide wie 0H-C 6 H 4 -S-C ß H 4 -0H, (OH)(CH 3 )C 0 H 3 .S-C 6 H 3 (OH)(OH,) etc.

Zur Bildung von schwefelhaltigen Verbindungen, welche den Chi-nonen entsprechen, scheint keine Tendenz zu bestehen. Das Dithio-hydrochinon liefert als Oxydationsprodukt eine weisse, amorphe, in denüblichen Lösungsmitteln unlösliche Substanz, die durch Schmelzen mitKali wieder Dithiohydrochinon erzeugt und offenbar eine complexe zurGruppe der Disulfide gehörige Verbindung (C 8 H 4 S 2 ) X ist. Der Umstand,dass Thiochinone nicht erhalten werden konnten, kann zu Gunsten derDiketon-Auffassung der Chinone (vgl. S. 439) gedeutet werden. Wären

die Chinone Superoxyde

C..H,

oj

so sollte man in Anbetracht der

grossen Neigung der Mercaptane zur Bildung von Disulfiden gerade er-warten, die analog construirten Schwefelverbindungen leicht gewinnen

1 E. B. Schmidt, Ber. 11, 1170 (1878).

2 Pazschke, J. pr. [2] 2, 418 (1870). Körner u. Monselise, Gazz. chim. 6,140, 142 (1876). Haitinqer, Monatsh. 4, 165 (1883). Tassinahi, Ber. 20 Ref.,210, 323, 324 (1887); 22 Ref., 330 (1889); 23 Ref., 490 (1890); 25 Ref., 908 (1892);26 Ref., 326 (1893). Krappt u. Schönherr, Ber. 22, 821 (1889). Dehsle u.Laqai, Ber. 23, 3394 (1890). Leückart, J. pr. [2] 41, 192, 205 (1890). Schalln. Uhl, Ber. 25, 1896 (1892). Purgotti, Ber. 26 Ref., 198 (1893). Loth u,Michaelis, Ber. 27, 2540 (1894). Snape, Journ. Soc. 69, 100 (1896). Ellery,Zur Kenntniss d. aromat. Sulfide, Sulfoxyde u. Sulfone (Diss. Heidelberg, 1896), S.llff,