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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Chinondioxime.

wäscht ihn mit Eiswasser und zieht ihn mit Aether aus. Beim Abdestilliren dermit Thierkohle gereinigten ätherischen Lösung hinterbleibt das Chinonoxim inschwach gelblichen Nadeln, die schnell getrocknet sich ohne Veränderungaufbewahren lassen.

Dass die Chinonoxime durch weitere Einwirkung von salzsauremHydroxylamin l im Allgemeinen Ausnahmen vgl. unten in Chinon-dioxime übergeführt werden können, wurde schon erwähnt. Ein be-merkenswerthes Verhalten zeigen die so erhältlichen Dioxime von Para-chinonen bei der Oxydation mit Ferricyankalium in alkalischer Lösung;sie gehen in Verbindungen über, welche ihrer empirischen Zusammen-setzung nach als Dinitrosoderivate der Kohlenwasserstoffe aufgefasstwerden könnten, ihrer Bildung zufolge indess mit grösserer Wahrschein-lichkeit als Superoxyde der Chinondioxime (vgl. S. 147) anzusehen sind.

Para-Benzochinondioxim 2 C 6 H 4 (: N-OH) 2 krystallisirt in zwei Modifikationeneinerseits farblosen kurzen Nadeln, andererseits gelben langen Nadeln. Es zersetztsich gegen 240°, liefert durch Behandlung mit Essigsäureanhydrid ein Diacetyl-derivat, durch Reduction Paraphenylendiamin, durch Oxydation ,,p-Dinitrosobenzol"C 6 H 4 (NjO,). Letztere Verbindung erhält man als goldgelben Niederschlag, der inallen indifferenten Lösungsmitteln, wenig löslich ist. Sie liefert durch Reductiongleichfalls p-Phenylendiamin, durch Erwärmen mit rauchender Salpetersäure p-Di-nitrobenzol (vgl. S. 149), durch Einwirkung von salzsaurem Hydroxylamin wiederChinondioxim; sie sublimirt bei vorsichtigem Erhitzen theilweise unverändert undist auch mit Wasserdämpfen etwas flüchtig; beim raschen Erhitzen zersetzt sie sichunter schwacher Verpuffung.

Vgl. über einige andere Parachinondioxime ferner die Tabelle Nr. 57 auf S. 445.

Neuerdings ist auch das Ortho-Benzochinondioxim 3 C 6 H 4 (: N-OH) 2 durch Ein-wirkung von Hydroxylamin auf dasO-Diliitrosobeiizol" (Schmelzpunkt 71°),welches durch Erhitzen des o-Nitrodiazobenzolimids (S. 349) entsteht, erhalten worden.Es bildet gelbliche Nadeln, schmilzt bei 142°, liefert mit Säuren und Basen rothgefärbte Salze, geht durch Oxydation wieder in o-Dinitrosobenzol über und spaltetbeim Kochen mit Alkalien Wasser unter Bildung eines Anhydrids ab.

Die Reactionsfähigkeit des' Chinonsauerstoffs gegen salzsauresHydroxylamin wird in bemerkenswerther Weise verringert bezw. auf-gehoben, wenn die beiden orthoständigen Wasserstoffatome durch Alkyl-reste oder Halogenatome substituirt sind. Während man aus Chinonender allgemeinen Formel:

X

0:;

0

leicht Monoxime und Dioxime erhält, geben Chinone von der Formel:

1 Ueber Einwirkung von alkalischem Hydroxylamin vgl. Kehrmann u. Messingee,Ber. 23, 2817 (1890).

2 Nietzki u. Kehrmann, Ber. 20, 613 (1887). Nietzki u. Guitermann, Ber.21, 428 (1888). O. Fischer u. Hepp, ebenda, 685.

3 Zincke, J. pr. [2] 53, 343 (1896),