458
Chinondioxime.
wäscht ihn mit Eiswasser und zieht ihn mit Aether aus. Beim Abdestilliren dermit Thierkohle gereinigten ätherischen Lösung hinterbleibt das Chinonoxim inschwach gelblichen Nadeln, die — schnell getrocknet ■— sich ohne Veränderungaufbewahren lassen.
Dass die Chinonoxime durch weitere Einwirkung von salzsauremHydroxylamin l im Allgemeinen — Ausnahmen vgl. unten — in Chinon-dioxime übergeführt werden können, wurde schon erwähnt. Ein be-merkenswerthes Verhalten zeigen die so erhältlichen Dioxime von Para-chinonen bei der Oxydation mit Ferricyankalium in alkalischer Lösung;sie gehen in Verbindungen über, welche ihrer empirischen Zusammen-setzung nach als Dinitrosoderivate der Kohlenwasserstoffe aufgefasstwerden könnten, ihrer Bildung zufolge indess mit grösserer Wahrschein-lichkeit als Superoxyde der Chinondioxime (vgl. S. 147) anzusehen sind.
Para-Benzochinondioxim 2 C 6 H 4 (: N-OH) 2 krystallisirt in zwei Modifikationen —einerseits farblosen kurzen Nadeln, andererseits gelben langen Nadeln. Es zersetztsich gegen 240°, liefert durch Behandlung mit Essigsäureanhydrid ein Diacetyl-derivat, durch Reduction Paraphenylendiamin, durch Oxydation ,,p-Dinitrosobenzol"C 6 H 4 (NjO,). Letztere Verbindung erhält man als goldgelben Niederschlag, der inallen indifferenten Lösungsmitteln, wenig löslich ist. Sie liefert durch Reductiongleichfalls p-Phenylendiamin, durch Erwärmen mit rauchender Salpetersäure p-Di-nitrobenzol (vgl. S. 149), durch Einwirkung von salzsaurem Hydroxylamin wiederChinondioxim; sie sublimirt bei vorsichtigem Erhitzen theilweise unverändert undist auch mit Wasserdämpfen etwas flüchtig; beim raschen Erhitzen zersetzt sie sichunter schwacher Verpuffung.
Vgl. über einige andere Parachinondioxime ferner die Tabelle Nr. 57 auf S. 445.
Neuerdings ist auch das Ortho-Benzochinondioxim 3 C 6 H 4 (: N-OH) 2 durch Ein-wirkung von Hydroxylamin auf das „O-Diliitrosobeiizol" (Schmelzpunkt 71°),welches durch Erhitzen des o-Nitrodiazobenzolimids (S. 349) entsteht, erhalten worden.Es bildet gelbliche Nadeln, schmilzt bei 142°, liefert mit Säuren und Basen rothgefärbte Salze, geht durch Oxydation wieder in o-Dinitrosobenzol über und spaltetbeim Kochen mit Alkalien Wasser unter Bildung eines Anhydrids ab.
Die Reactionsfähigkeit des' Chinonsauerstoffs gegen salzsauresHydroxylamin wird in bemerkenswerther Weise verringert bezw. auf-gehoben, wenn die beiden orthoständigen Wasserstoffatome durch Alkyl-reste oder Halogenatome substituirt sind. Während man aus Chinonender allgemeinen Formel:
X
0:;
0
leicht Monoxime und Dioxime erhält, geben Chinone von der Formel:
1 Ueber Einwirkung von alkalischem Hydroxylamin vgl. Kehrmann u. Messingee,Ber. 23, 2817 (1890).
2 Nietzki u. Kehrmann, Ber. 20, 613 (1887). — Nietzki u. Guitermann, Ber.21, 428 (1888). — O. Fischer u. Hepp, ebenda, 685.
3 Zincke, J. pr. [2] 53, 343 (1896),