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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Darstellung der Ghinone.

von Di- und Tetra-Chloriden bezw. -Bromiden anzulagern (vgl. S. 444).Dadurch waren experimentelle Stützen für die Annahme der Zugehörig-keit sowohl zu den Ketonen, wie zu den durch Additionsvermögen aus-gezeichneten Derivaten partiell hyarirter Benzolkohlenwasserstoffe bei-gebracht (vgl. S. 5657).

Die Frage nach der Constitution der Chinone (vgl. auch S. 477)steht in engem Zusammenhang mit einer Anzahl anderer Structurfragen,die theilweise schon berührt, theilweise erst an späteren Stellen zu be-sprechen sind; vgl. Nitrosoderivate der Amine S. 212, AmidoazokörperS. 261262, Oxyazokörper S. 401402, Nitrosophenole S. 456, Farbstoffeder Triphenylmethangruppe etc.

Nimmt man die Diketonformeln als richtig an, so müsste manconsequenter Weise die Chinone in der Gruppe der hydroaromatischenVerbindungen beschreiben; doch sei von dieser Folgerung hier abgesehen,da die engen Beziehungen der Chinone zu den Hydrochinonen und an-deren unzweifelhaftaromatischen" Verbindungen aus didaktischenGründen ihre Besprechung unter den Substitutionsprodukten der Benzol-kohlenwasserstoffe wünschenswerth macht.

I. Einfache Paraehinone.

Die einfachen Paraehinone, welche sich vom Benzol und seinen'Homologen ableiten, wie Benzochinon C 6 H 4 0 2 , Toluchinon CH 3 -C 6 H 3 0 2 etc. entstehen mit grösster Leichtigkeit aus vielen Para-Diderivaten z. B. Paradiaminen (vgl. S. 233, 238), Paradihydroxylderi-vaten (Hydrochinonen, vgl. S. 420), Paraamidosulfosäuren, Paraphenol-sulfosäuren (S. 385), Paraamidophenolen (S. 394) durch Oxydationmit Chromsäuregemisch, Eisenchlorid, Braunstein und Schwefelsäure etc.

Zu ihrer Darstellung geht man indess gewöhnlich von den primären,aromatischen Monaminen Anilin und seinen Homologen aus. WieNibtzki 1 gezeigt hat, kann man aus diesen Basen durch Oxydation mitChromsäuregemisch in der Kälte die entsprechenden Chinone meist insehr befriedigender Ausbeute gewinnen (vgl. S. 171 u. 221); dass hierbeiauch die zur Amidogruppe paraständigen Methylgruppen eliminirt werdenkönnen 2 , wurde schon S. 221 erwähnt. Man führt die Oxydation derMonamine zu Chinonen in einer Operation aus (vgl. unten), hat aberjedenfalls im Verlauf derselben Zwischenphasen anzunehmen, in welchenmehrere Molecüle des Amins zunächst zu Para-Diderivaten, die danndurch weitere Oxydation Chinon liefern, zusammentreten (vgl. Anilin-schwarz, S. 461462).

Darstellung von Chinon aus Anilin: Man oxydirt Anilin in der für dieDarstellung von Hydrochinon S. 421 angegebenen Weise. Nach dem zweiten Zusatz

1 Ber. 10, 1934 (1877); 19, 1467 (1886). Ann. 215, 125 (1882). Vgl. auchLadenbükg, Ber. 10, 1128 Anm. (1877). Vgl. ferner Schnitee, Ber. 20, 2282 (1887).

2 Nölting u. Baumann, Ber. 18, 1150 (18S5).