Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
Seite
397
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Combinaiion von Diazokörpern mit Phenolen.

397

wird, ist in dieser Form zuerst von KekulE u. Hidegh 1 angewendetworden. Die Paarung von Diazoverbindungen mit Phenolen erfolgt imAllgemeinen bei Gegenwart von Alkali äusserst glatt; durch einen sehrstarken Ueberschuss von höchst concentrirtem Alkali kann sie indessauch verhindert bezw. verzögert werden 2 .

Darstellung von Oxyazobenzol (Beispiel für die Paarung von Diazo-körpern mit Phenolen). Man bereite:

I. eine Lösung von Diazobenzolchlorid (vgl. S. 281) aus 1 Mol.-Gew. Anilin,2V2 Mol.-Gew. Chlorwasserstoff und 1 Mol.-Gew. Natriumnitrit, welche je10 g Anilin in ca. 250 ccm enthält;IL eine Lösung von 1 Mol.-Gew. krystallisirtem Phenol in einer 4 Mol.-Gew.Aetznatron enthaltenden Natronlauge — derart verdünnt, dass ebenfalls aufje 10 g Phenol ca. 250 ccm Flüssigkeit kommen,und lasse unter Kühlung mit schwimmendem Eis I in dünnem Strahle unter be-ständigem Umrühren zu II fliessen. Nach mehrstündigem Stehen filtrirt man dietiefrothe, alkalische Lösung und fällt aus dem Filtrat durch Einleiten von Kohlen-säure das Oxyazobenzol aus; zur Reinigung kann man das Produkt nochmals mitwarmem Ammoniak ausziehen und aus der filtrirten ammoniakalischen Lösungwieder durch Kohlensäure fällen.

Bezüglich der Stellung und Anzahl der in das Phenolmolecül ein-tretenden Azoreste sind bei einwerthigen Phenolen drei Fälle zu unter-scheiden:

1. Wirken gleichmoleculare Mengen auf einander ein, so entstehta) aus einem Phenol, das die Parastellung zur Hydroxylgruppenicht besetzt enthält, ein Para-Oxyazokörper 3 , z. B.:

H

C 6 H 5 -N 2 -OH + H-<

_H

\

H H

-OH

H„0 + C 6 H 5 -N 2

-OH:

H H

H H

b) aus einem Phenol, welches die Parastellung zur Hydroxylgruppebesetzt, dagegen eine der Orthostellungen frei enthält, einOrtho-Oxyazokörper 4 , z. B.:

H

CH,

H

CH 3

CJrL'-N.-OH + H-

-H = H 2 0 + C 6 H S -N 2 —

0/"

-H

H

o£

H

2. Wirken 2 Mol. Diazoverbindung auf 1 Mol. Phenol, so entstehen,vorausgesetzt, dass das Phenol die Parastellung und eine Ortho-

1 Ber. 3, 234 (1870). 2 Vgl. Bambeeoer, Ber. 28, 833 (1895).

3 Vgl. z.B.: Nöltinq u. Kokk, Ber. 17, 363 (1884). — Mazzaka, Ber. 18 o,662 (1885).

4 C. Liebermann u. v. Kostanecki, Ber. 17, 130, 876 (1884). — Nöltinq u. Kohn,ebenda 351. — P. Jacobson u. Schenke, Ber. 22, 3238 (1889).