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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Darstellung der drei Mononitrophenole.

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Ueber die Eigenschaften der Nitrophenole und ihrer Aether, welcheaus den Alkalisalzen leicht durch Umsetzung mit Halogenalkylen erhaltenwerden können, vgl. ferner die Tabelle Nr. 56 auf S. 382. Erwähnt seinoch die interessante Synthese des p-Nitrophenols durch Condensationvon Nitromalonaldehyd CHO-CH(N0 2 )-CHO mit Aceton 1 .

Darstellung von Ortho- und Para-Nitrophenol: Man lässt eine durchErwärmen verflüssigte Mischung von 50 g krystallisirtem Phenol und 5 g Alkoholtropfenweise zu einer auf 25° abgekühlten Mischung fliessen, welche durch Auflösenvon 80 g Natronsalpeter in 200 g warmem "Wasser und Zusatz von 100 g concen-trirter Schwefelsäure zu der erkalteten Lösung bereitet ist, hält während des Zu-fliessens die Temperatur auf 25—30° und lässt dann unter öfterem Umrühren dieMischung noch zwei Stunden stehen Nun versetzt man mit dem doppelten VolumWasser, trennt das abgeschiedene dunkle Oel von der wässerigen Flüssigkeit, wäschtes nochmals mit etwas Wasser und unterwirft es, nachdem es mit '/a Liter WasserÜbergossen ist, der Destillation mit Wasserdampf. Im Destillat erhält man nunreichlich völlig reines Orthonitrophenol, das nur filtrirt und getrocknet zu werdenbraucht. Nach dem Abtreiben des Orthonitrophenols kann man aus dem nichtflüchtigen Rückstand das Paranitrophenol gewinnen, indem man die zurückgebliebeneLösung nach dem theilweisen Erkalten filtrirt, das noch ungelöste Oel durch Kochenmit einer Mischung von 1 Völ.-Thl. concentrirter Salzsäure und 2 Vol.-Thln. Wassergrösstentheils löst, die salzsaure Lösung wieder nach theilweisem Erkalten filtrirt,die vereinigten filtrirten Lösungen noch durch Kochen mit Thierkohle reinigt unddarauf einengt; beim Erkalten scheidet sich das p-Nitrophenol in langen Nadeln ab,welche eventuell — wenn durch Oel verunreinigt — nochmals aus verdünnter Salz-säure umkrystallisirt werden.

Darstellung von Metanitrophenol: Man löst Metanitroanilin in so vielverdünnter Schwefelsäure, dass beim Abkühlen ein dicker Krystallbrei von schwefel-saurem Salz entsteht, fügt nun unter guter Abkühlung und stetem Umschütteln eineconcentrirte Lösung von Natriumnitrit bis zur völlig klaren Lösung hinzu und zer-setzt darauf die Diazolösnug durch Kochen mit viel verdünnter Schwefelsäure; imGanzen verwendet man auf 10 g Metanitroanilin 1" 2 Liter Schwefelsäure (1:10).Nach Beendigung der Stickstoffentwickelung filtrirt man die gelbe Lösung vonwenig dunklem Harze ab und schüttelt sie mit Aether aus. Das nach dem Ab-treiben des Aethers zurückbleibende unreine Nitrophenol reinigt man am besten,indem man es mit verdünnter Salzsäure (von ca. 20"' 0 ) auskocht, die Lösung bisetwa 40—50" erkalten lässt und dann abgiesst oder filtrirt; beim Stehen scheidet sienun das Nitrophenol in harten Krystallen ab.

Von sehr grosser Wichtigkeit ist das Endprodukt der Pbenol-Nitrirung: das Trinitropheiiol C,,H a (N0 2 ) 8 OH (Trinitr 0-1.3.5-Oxy-2-ben-xen), gewöhnlich wegen seines intensiv bitteren Geschmacks und seinerstark sauren Eigenschaften Pikrinsäure genannt. Die Pikrinsäure —beute ein Gegenstand technischer Gewinnung, da sie sowohl in derFarbstoff-, wie in der Sprengstoff-Industrie Verwendung findet — istschon 1771 von Woulfe, der ihre Bildung bei der Einwirkung vonSalpetersäure auf Indigo beobachtete, entdeckt. Man erhält sie häufigbei der Behandlung von Benzoklerivaten mit Salpetersäure; für dietechnische Darstellung führt man zunäebst Phenol durch Erwärmen mit

Hill u. Torray, Ber. 28, 2598 (1895).